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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem Flugzeug der Flugbereitschaft
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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem Flugzeug der Flugbereitschaft

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die Flugbereitschaft nach der Panne des Regierungsflugzeugs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Schutz genommen. "Mit nur zwei Prozent Ausfallquote bei Regierungsflügen in den letzten beiden Jahren und einer durchschnittlichen Einsatzbereitschaft von 89 Prozent ist die Flugbereitschaft statistisch sehr zuverlässig", sagte von der Leyen der "Bild".

Wenn dann ausgerechnet wichtige Flüge wie der der Kanzlerin zum G20-Gipfel ausfielen, schmerze das umso mehr. Da die Flotte nicht so groß und nicht mit denen von Fluggesellschaften vergleichbar sei, sei es schwer im Notfall Ersatz zu finden.

Auch Außenminister - und Vielflieger - Heiko Maas stellte sich hinter Flugbereitschaft.

Der Ausfall einer elektronischen Verteilerbox war nach Angaben der Luftwaffe die Ursache für die Panne des Regierungs-Airbus. Wegen des Funkausfalls musste Merkel ihren Flug nach Buenos Aires unterbrechen. Sie verpasste deshalb den Auftakt des Treffens und kam erst zum Abendprogramm des ersten Gipfeltages an.

Mehrere Pannen

Es war nicht die erste Panne des Regierungsfliegers: Im November erst streikte in Südafrika ein Triebwerk der "Konrad Adenauer" über Stunden, im Oktober knabberten Nagetiere Kabel des Fliegers in Indonesien an und legten ihn lahm. Bundesfinanzminister Olaf Scholz musste per Linienflugzeug nach Deutschland reisen.

Kritik daran und an der jüngsten Panne kommt aus der Opposition. "Wir sind dabei, uns lächerlich zu machen", kritisierte der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke in der "Passauer Neuen Presse": "Der bürokratische und technische Murks, durch den die Flugbereitschaft immer wieder auffällt, kann so nicht weitergehen." Fricke brachte eine Privatisierung der Flugbereitschaft ins Spiel. "Das ist eine Möglichkeit, die es zu prüfen gilt. Sie muss aber nicht prinzipiell die bessere Lösung sein."

Auch der Verteidigungsexperte der Grünen, Tobias Lindner, fordert, man solle die Wartung der Maschinen an einen zivilen Anbieter übertragen. Diese wird derzeit von der Luftwaffe selbst betrieben, die großen Untersuchungen übernimmt aber die Lufthansa. Dort will man die Probleme der Regierungsflieger nicht kommentieren und verweist auf die Besonderheiten der Flugbereitschaft.

Grau und weiß

Die Flugbereitschaft teilt sich auf in zwei Flotten - eine sogenannte weiße und eine sogenannte graue Flotte. Letztere mit ihren fünf Maschinen vom Typ Airbus A310 ist vor allem für militärische Zwecke gedacht, um Soldaten in Einsatzgebiete zu bringen oder für die medizinische Versorgung. Sie können allerdings auch kurzfristig umgerüstet werden, um bei der weißen Flotte auszuhelfen. Für die Politiker und ihre Mitreisenden wird es dann allerdings etwas unbequemer.

Die weiße Flotte umfasst acht Flugzeuge verschiedener Typen. Als "Regierungsflieger" werden gemeinhin die beiden Langstreckenjets vom Typ Airbus A340-300 mit den Namen "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" bezeichnet. Mit diesen Jets sind der Bundespräsident oder die Bundeskanzlerin in der Regel unterwegs, wenn es ins Ausland geht.