BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Nach Kritik: Pronold wird nicht neuer Bauakademie-Direktor | BR24

© dpa/picture-alliance/Lisa Ducret

Florian Pronold.

6
Per Mail sharen

    Nach Kritik: Pronold wird nicht neuer Bauakademie-Direktor

    Mehrere hundert Architekten und Museumsfachleute hatten im Vorfeld gegen Florian Pronold als Leiter der Bundesstiftung Bauakademie protestiert. Jetzt hat der SPD-Politiker reagiert und seine Bewerbung zurückgezogen.

    6
    Per Mail sharen

    Der Deggendorfer SPD-Politiker Florian Pronold zieht sich von der Berliner Bauakademie zurück: Wegen der Verzögerung seines Amtsantrittes und des öffentlichen Wirbels um seine Berufung habe er den Stiftungsrat der Bauakademie gebeten, ihn von seinem geplanten Amtsantritt zu entbinden. Das teilte Pronold heute auf seiner Internetseite mit.

    Pronold hätte den Posten nach einer Empfehlung des Karenzzeit-Gremiums der Bundesregierung frühestens zum 15. August antreten können, also dreieinhalb Monate später als ursprünglich geplant. Auch eine vorherige ehrenamtliche Beteiligung am Aufbau der Akademie zur Überbrückung sei nicht möglich. Dieser zeitliche Ablauf aber würde den Aufbau der Bundesstiftung Bauakademie erheblich verzögern. Ein erfolgreicher Start der Bauakademie sei aber nur möglich, wenn in der Gründungsphase zügig gehandelt werde, so Pronold. Der Bundestagsabgeordnete ist momentan Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium.

    Klage gegen Pronold als Direktor

    Pronold bedauere den öffentlichen Wirbel, den interessierte Kreise um seine Person veranstaltet hätten. Die Bauakademie sei für ihn ein Kristallisationspunkt für die Zukunftsdebatten über die gesamte Bandbreite der Bauwelt und der Stadtentwicklung. Daran mitzuwirken wäre ihm eine Herzensangelegenheit gewesen.

    "In der öffentlichen Debatte ging es leider zu keiner Zeit um Inhalte und Profil der Bauakademie, sondern ausschließlich um Verfahrens- und Personalfragen. Neid und Standesdünkel ersetzen keine konzeptionellen Ideen, sie behindern die schnelle Realisierung des Bauwerks." Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium

    Gegen Pronolds Ernennung hatten mehrere hundert Architekten und Museumsfachleute protestiert. In einem offenen Brief hieß es, der Bundestagsabgeordnete und Umwelt-Staatssekretär sei für das Amt nicht qualifiziert, dem Auswahlverfahren habe es an Transparenz gefehlt.

    Zwei unterlegene Mitbewerber hatten außerdem gegen die Personal-Entscheidung der Stiftung geklagt. In einem Fall erließ das Berliner Arbeitsgericht eine Verfügung, die dem Stiftungsrat untersagte, den bereits ausgewählten Pronold zum Direktor zu machen. Das zuständige Bundesinnen- und Bauministerium hatte an Pronolds Ernennung festgehalten.

    Pronold will Projekt in ehrenamtlicher Funktion weiter begleiten

    "Gerne stehe ich der Stiftung und dem zukünftigen Direktorium – sofern gewünscht – ehrenamtlich beratend zur Verfügung.", schrieb Pronold auf seiner Internetseite. Die vom preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel gegründete Akademie soll an ihrem historischen Standort im Zentrum Berlins wiederaufgebaut werden. Ein Ausstellungs- und Forschungszentrum soll sich dort mit Fragen der Architektur und des Städtebaus beschäftigen.