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Arthur Landwehr mit einem Ausblick in Sachen Weltraumtourismus

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Nach Jeff Bezos' Flug ins All: Was kommt als Nächstes?

Immer mehr Superreiche erobern den Weltraum. Zuerst hatte der britische Milliardär Branson sein eigenes Raumschiff erfolgreich getestet. Nun wagte Amazon-Gründer Bezos einen Kurztrip ins All. Weitere Raketen und Flüge sind schon in Planung.

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Von
  • Arthur Landwehr
  • Fabio Taormina

Bis jetzt war es hochspezialisierten Experten vorbehalten, ins All zu fliegen. Doch diese Regel gilt nicht mehr, denn mehr und mehr Superreiche erobern den Weltraum. Vor zehn Tagen hatte der britische Milliardär Branson sein eigenes Raumschiff erfolgreich getestet. Am Dienstag nun wagte Amazon-Gründer Jeff Bezos mit drei weiteren Weltraumtouristen seinen ersten Ausflug ins All. Kritiker werfen ihnen vor, sehr viel Geld zu verschwenden – ohne Rücksicht auf das Klima und ohne Interesse an wissenschaftlicher Forschung. Aber davon wollten Bezos und seine Mitreisenden erst einmal nichts hören, nachdem sie wieder sicher in der Wüste Texas gelandet waren.

Wie Kinder in der Schwerelosigkeit

Knapp elf Minuten dauerte der Flug, vier davon in der Schwerelosigkeit in rund 100 Kilometern Höhe. Die vier frischgebackenen Astronauten genießen diese Minuten, schweben in der Kapsel, werfen sich Tischtennisbälle zu, sind einen Augenblick lang wie Kinder. "Das fühlte sich so normal an, fast als sollten wir Menschen in dieser Umgebung sein", sagte Bezos über die Erfahrung Schwerelosigkeit.

Alles lief wie im Bilderbuch. Die Rakete New Shepard hatte die Kapsel mit den vier Passagieren am frühen Morgen an den Rand des Weltalls gebracht, bevor sie an Fallschirmen sanft auf die Erde zurück schwebte. An Bord Bezos' Bruder Marc, der 18-jährige holländische Student Oliver Daemen, der einen Platz ersteigert hatte und nun der jüngste Astronaut ist und schließlich Luftfahrt-Legende Wally Funk, die mit 82 der älteste Mensch ist, der je im All war. Funk, die 1961 zur Astronautin ausgebildet wurde, aber nie fliegen durfte, spricht von einer tollen Zeit und dass sie so schnell wie möglich wieder los wolle.

Ein Ausflug mit einem Übermaß an Technik

Wally Funk war 1961 dabei, als mit Al Shepard der erste Amerikaner den Weltraum erreichte – auf einem ähnlichen Flug wie dem jetzt, die Rakete New Shepard ist nach ihm benannt. "Was wir hier gemacht haben, ist viel zu viel für einen kleinen Touristenausflug", beantwortet Jeff Bezos Fragen nach seinen Plänen. Ein Antrieb mit flüssigem Wasserstoff zum Beispiel sei völlig übertrieben. Aber es ginge um die Zukunft, jetzt Erfahrungen zu sammeln für die nächste Rakete mit dem Namen New Glenn, benannt nach John Glenn, dem ersten Amerikaner in der Umlaufbahn.

Der Anfang ist gemacht

"Was Sie hier hinter mir sehen, er ist praktisch die zweite Stufe von New Glenn. Jedes Mal, wenn wir Touristen fliegen, üben wir die zweite Stufe von New Glenn zu fliegen." Für Jeff Bezos und sein Unternehmen Blue Origin ist dies der Anfang – einer, mit dem man auch gute Geschäfte machen kann. Für fast 100 Millionen Dollar habe er schon Tickets verkauft, wieviel eines kostet, sagt er nicht. Aber längst arbeitet Bezos an einer Mondlandefähre und Raketen, die tief ins All fliegen können. Den Auftrag der Nasa allerdings für die nächste Landung auf dem Mond hat ihm Konkurrent Elon Musk mit SpaceX weggeschnappt.

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