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Nach Gerichtsurteilen: Verletzte bei Protest in Katalonien | BR24

© ARD

In Katalonien sind am Abend wieder Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen den Gerichtsprozess, in dem führende katalanische Separatistenführer zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden.

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Nach Gerichtsurteilen: Verletzte bei Protest in Katalonien

In Barcelona und anderen Städten Kataloniens haben wieder Tausende Demonstranten gegen die Gerichtsurteile für neun Separatistenführer protestiert. Bisher gab es mehr als 100 Verletzte.

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Die Proteste in Katalonien gegen die Verurteilung von neun Anführern der Unabhängigkeitsbewegung reißen nicht ab. Demonstranten blockierten weiterhin mehrere Straßen und Zugverbindungen. Auch Protestaktionen vor Büros der spanischen Zentralregierung in mehreren katalanischen Städten waren geplant.

Die Demonstranten besetzten mehrere Straßen in der Region im Nordosten Spaniens, darunter die Autobahn in Richtung Frankreich auf Höhe von Girona, wie die Behörden mitteilten. Mit brennenden Reifen blockierten Aktivisten außerdem an mehreren Orten Bahngleise.

Am Montag hatten sich Unabhängigkeitsbefürworter heftige Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften am Flughafen von Barcelona geliefert, mehr als 100 Menschen wurden dabei verletzt. Infolge der Blockaden und Proteste wurden nach Angaben des Airport-Betreibers 110 Flüge am Montag abgesagt. Am Dienstag fielen erneut 45 Flüge aus, wie die spanische Flughafenaufsicht mitteilte. Hunderte Passagiere saßen die Nacht über fest.

Gewalttätige Auseinandersetzungen

Nach dem Urteil waren in Katalonien Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Hunderte Protestierende bewarfen die Sicherheitskräfte dort mit Steinen und Mülleimern. Diese setzten Schlagstöcke gegen die Aktivisten ein. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden dabei 115 Menschen verletzt. In ganz Katalonien lag die Zahl der Verletzten demnach bei 131. Ein Demonstrant wurde nach Angaben eines Krankenhauses schwer am Auge verletzt. Die Polizei meldete eine Festnahme.

Die Proteste waren durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens gegen neun prominente katalanische Unabhängigkeitsbefürworter ausgelöst worden. Sie erhielten Haftstrafen von bis zu 13 Jahren wegen "Aufruhrs" und Veruntreuung öffentlicher Gelder. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben.

Organisatoren bisher nicht bekannt

Die Aktionen wurden von der Gruppierung "Demokratischer Tsunami" organisiert, die ihre Anhänger über den Kurzmitteilungsdienst Telegram mobilisierte. Wer hinter dieser Gruppe steckt, ist bisher unbekannt. Kataloniens Regionalpräsident Quim Torra stellte sich hinter die Demonstranten. Er dankte im Kurzbotschaftendienst Twitter allen, die gegen die "Ungerechtigkeit des Urteils" auf die Straße gingen.