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Nach Treffen mit Scheuer - der Daimler-Chef muss jetzt liefern | BR24

© dpa-Bildfunk

Daimler-Chef Dieter Zetsche nach dem Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin

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    Nach Treffen mit Scheuer - der Daimler-Chef muss jetzt liefern

    Bundesverkehrsminister Scheuer nimmt Daimler in die Pflicht. Nach einem Treffen mit Konzernchef Zetsche muss der Konzern jetzt erklären, wie er die gefundenen Abschalteinrichtungen im "Vito" 1,6l Diesel beseitigen will. Von Arne Meyer-Fünffinger.

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    Etwas mehr als eine Stunde dauerte das Treffen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit Dieter Zetsche. Der Daimler-Chef gab sich danach vor der wartenden Presse ziemlich wortkarg.

    Das war ein gutes Gespräch. Wir treffen uns in 14 Tagen wieder.
    Daimler-Chef Dieter Zetsche nach dem Gespräch im Bundesverkehrsministerium

    Über die Gesprächsatmosphäre wollten sich danach weder Zetsche noch das Scheuer-Ressort äußern. Wer allerdings die direkt im Anschluss vom Bundesverkehrsministerium verschickte schriftliche Mitteilung liest, der kann erkennen, dass sie alles andere als freundlich gewesen sein dürfte.

    BMVI: Daimler muss jetzt liefern

    Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums hat Daimler bis zum 15. Juni Zeit, darzulegen, wie die "technische Lösung und deren Umsetzung" für den Kleintransporter "Vito" aussehen soll. Das Kraftfahrtbundesamt hatte am vergangenen Freitag einen Rückruf für das 1,6l Diesel Euro6-Modell des Kleintransporters angeordnet, weil es darin "unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt" hatte. Daimler widersprach dem sofort vehement und schloss eine Klage nicht aus.

    Kommt ein noch viel umfänglicher Daimler-Rückruf?

    Und dabei könnte es für Daimler noch dicker kommen. Auch das lässt sich aus der heutigen Erklärung des Bundesverkehrsministeriums herauslesen. Nach dem Zetsche-Gespräch hatte das Ressort außerdem mitgeteilt:

    Wir werden jetzt einen vertieften Austausch über die hochkomplexen technischen Fragen vornehmen mit dem Ziel, anhand unserer konkreten Prüfungen umgehend die genaue Zahl der betroffenen Modelle zu ermitteln.
    Aus der schriftlichen Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums

    Mit anderen Worten: Jetzt laufen im Kraftfahrtbundesamt weitere Prüfungen, ob Daimler illegale Abschalteinrichtungen über den "Vito" hinaus verbaut haben könnte. Weltweit sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes fast 5.000 der Kleintransporter von dem einen Rückruf betroffen. Am Ende ist nicht ausgeschlossen, dass die Behörde mehrere hunderttausend Daimler-Fahrzeuge zurückruft, darunter dann auch Diesel-PKW. Konkrete Ergebnisse soll es nach Ministeriums-Angaben in zwei Wochen geben.