Auch am Hauptbahnhof München läuft der Verkehr wieder
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Fahrgäste am Hauptbahnhof München

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Nach dem Streik: Der Verkehr in Bayern rollt wieder an

Nach dem gestrigen Warnstreik ist der öffentliche Personennahverkehr wieder nahezu vollständig angelaufen, im Fernverkehr kann es aber noch Einschränkungen geben. Auch an den Flughäfen normalisiert sich die Lage.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Nach dem großangelegten Warnstreik bei der Bahn, im Nahverkehr und an Flughäfen haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei der Bahn nun wieder ihre Arbeit aufgenommen. Die Deutsche Bahn hatte zuvor einen "weitgehend normalen" Betrieb versprochen.

Bahn verspricht nur noch geringe Beeinträchtigungen

Insbesondere im Fernverkehr der Bahn dürfte es aber einige Stunden dauern, bis alles wieder reibungslos rollt, da nicht alle Züge dort sind, wo sie benötigt werden. Im Fernverkehr würden in den Morgenstunden aber "lediglich noch einzelne, wenige Fahrten" ausfallen, teilte ein Konzernsprecher mit. Diese seien für Fahrgäste ersichtlich. Der Regional- und S-Bahn-Verkehr laufe bereits wieder ohne streikbedingte Ausfälle.

Im Schienengüterverkehr sei es DB Cargo gelungen, durch Steuerung von Transporten vor dem Streik der Eisenbahngewerkschaft EVG für eine "stabile betriebliche Ausgangslage" zu sorgen, hieß es weiter. Schon seit Montagabend würden die ersten Güterzüge aus dem Rückstau in den Rangierbahnhöfen wieder angefahren.

Teilweise noch Einschränkungen im ÖPNV

Von und nach Augsburg fahren die Züge der Bayerischen Regiobahn seit dem frühen Morgen wieder weitgehend planmäßig. Pendler und Reisende sollten sich dennoch im Netz aktuell informieren.

In Würzburg sind die Straßenbahnen und die Busse der Landkreislinien wieder laut Fahrplan unterwegs. Dafür kommt es dort heute zu Einschränkungen bei den städtischen Buslinien. Beschäftigte der NVG Omnibus-Betriebsgesellschaft sind zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

In Ingolstadt waren die Auswirkungen im Busverkehr noch bis etwa ein Uhr nachts spürbar. Ausfälle und Verspätungen seien deshalb im morgendlichen Berufsverkehr noch nichts auszuschließen, kündigten die Verantwortlichen an.

An Flughäfen wird wieder gestartet und gelandet

Der Münchner Flughafen hat nach dem bundesweiten Warnstreik den Verkehr wieder aufgenommen. Der Betrieb laufe seit dem frühen Morgen wieder normal, sagte eine Flughafensprecherin. Für den Tag seien rund 770 Starts und Landungen geplant. Es gebe rund 38 Annullierungen. Der Flughafen rechnet wegen des Warnstreiks mit einem "erhöhten Fluggastaufkommen". Es gebe deshalb zehn Zusatz-Flüge, sagte die Sprecherin. Diese hätten die Fluggesellschaften angesetzt, um gestern ausgefallene Flüge zu ersetzen.

In Nürnberg hatte sich der Flugverkehr bereits in der Nacht normalisiert. Der erste Flieger sei planmäßig um 1.53 Uhr gelandet, der erste Abflug habe um 2.50 Uhr stattgefunden, sagte ein Sprecher.

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Am Flughafen München läuft die Passagier-Abfertigung wieder

Der Flughafenverband ADV geht davon aus, dass der Luftverkehr in Deutschland auch insgesamt schnell planmäßig anlaufen kann. Es sei nicht der erste Warnstreik dieser Art, auch wenn das Ausmaß dieses Mal groß sei, sagte eine Verbandssprecherin. In früheren Warnstreiks habe das Hochfahren weitgehend reibungslos funktioniert. Der Flughafen Frankfurt rät Reisenden dennoch, frühzeitig den Status ihres Fluges überprüfen und genug Zeit einplanen. Aufgrund des Streiks sei es möglich, dass es am Dienstag zu längeren Wartezeiten komme.

Tarifgespräche mit ungewissen Erfolgsaussichten

Mit den bundesweiten Warnstreiks erhöhten die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber in ihren jeweiligen Tarifverhandlungen. Seit Montag läuft die dritte Verhandlungsrunde von Verdi und dem Beamtenbund mit Bund und Kommunen im öffentlichen Dienst, eine Annäherung der Standpunkte zeigte sich dabei nicht. Angesichts der verhärteten Fronten war es unklar, ob bei der auf drei Tage angesetzten Runde ein Durchbruch gelingt.

Verdi und der Beamtenbund fordern 10,5 Prozent über eine Laufzeit von zwölf Monaten, monatlich jedoch mindestens 500 Euro mehr. Bund und Kommunen hatten in ihrem ersten Arbeitgeberangebot fünf Prozent für 27 Monate in Aussicht gestellt. Die dritte Tarifrunde ist bis Mittwoch geplant. Am Dienstagvormittag werden die Tarifverhandlungen für die deutschlandweit rund 2,4 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen fortgesetzt. Sollte es keine Einigung geben, steht der Weg in ein Schlichtungsverfahren offen.

Beamtenbund droht: "Dann wird es dunkel in Deutschland"

Der Chef des Beamtenbundes, Ulrich Silberbach, brachte bereits ein Scheitern ins Spiel und bestätigte, dass man für den Fall, dass die Arbeitgeber ihr Angebot nicht deutlich nachbesserten, "wahrscheinlich in die Schlichtung gehen" werde. Sollte die wiederum zu keinem Ergebnis führen, "dann wird es mal wieder sehr dunkel in Deutschland. Dann werden wir in einen flächendeckenden, unbefristeten Arbeitskampf einsteigen müssen", so Silberbach.

Für Eisenbahner wird ab Mittwoch verhandelt

Die EVG verhandelt mit der Bahn und 50 weiteren Eisenbahn-Unternehmen über mehr Geld für rund 230.000 Beschäftigte. Die erste Verhandlungsrunde ging in der vergangenen Woche zu Ende. Die zweite startet der EVG zufolge am Mittwoch. Dann werde wieder nach und nach mit sämtlichen Bahn-Unternehmen verhandelt. Die Gespräche mit der Deutschen Bahn als größtem Arbeitgeber sind in diesem Rahmen für Ende April angesetzt. Auch hier liegen die Vorstellungen weit auseinander.

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