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Nach dem Lügde-Prozess: Wir sind alle sensibler geworden | BR24

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Es hat reichlich Pannen gegeben im Vorfeld des Lügde-Prozesses, doch die Urteile sind jetzt gefallen. Die Aufarbeitung im Fall des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen geht weiter, so Innenminister Herbert Reul.

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Nach dem Lügde-Prozess: Wir sind alle sensibler geworden

Es hat reichlich Pannen gegeben im Vorfeld des Lügde-Prozesses, doch die Urteile sind jetzt gefallen. Die Aufarbeitung im Fall des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen geht weiter, so Innenminister Herbert Reul.

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Herbert Reul, NRW-Innenminister, hat bereits Konsequenzen aus dem Fall Lügde gezogen. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte er:

"Wir haben gesehen, dass dieser Bereich stiefmütterlich behandelt worden ist - Kinderpornografie, Kindesmissbrauch. Wir haben jetzt in wenigen Wochen, die Stellen in diesem Bereich von 104 auf 160 ungefähr erhöht. Wir haben die Technik verbessert. Denn gerade bei dem Bereich Kinderpornografie leiden wir alle unter der gigantischen Menge an Daten, die da im Netz sind. Das sind ja 2 - 3 Petabyte, und die kann man mit Personal gar nicht aufarbeiten."

Der Innenminister räumte Fehler ein, die bei den Ermittlungen gemacht worden seien. Grundsätzlich lobt er aber die Arbeit der Behörden:

"Es hat Fehler gegeben und wir haben Konsequenzen gezogen, aber eines gehört auch dazu: Das Urteil hat etwas damit zu tun, dass die Polizei offensichtlich sehr gut ermittelt hat, schnell ermittelt hat, so dass die Richter die Grundlage hatten oder erst die Staatsanwaltschaft überhaupt Anklage zu erheben."

Die Versäumnisse lägen auch darin, so Reul, dass das Thema Kindesmissbrauch in der Vergangenheit von vielen verdrängt worden sei.

"Auch in der Polizei, glaube ich, hat man es nicht ernst genug genommen. Man hat nicht immer die Hinweise so aufgenommen. Auch Bürger haben oft aus falscher Scheu Hinweise, die sie hatten, oder Vermutungen nicht angezeigt, weil man dachte, man will ja keine üble Nachrede machen. Ich glaube, dass alle Menschen sensibler geworden sind, alle Institutionen - und keiner wird das in Zukunft mehr mit links abtun."