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Nach Attacke in Frankfurt: Bahnhöfe sollen sicherer werden | BR24

© picture alliance / HMB Media/Oliver Mueller

Damit schreckliche Ereignisse wie die Tat von Frankfurt möglichst verhindert werden, planen Bund und Bahn ein Bündel von Maßnahmen

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Nach Attacke in Frankfurt: Bahnhöfe sollen sicherer werden

Bahn und Bundesregierung haben sich auf Maßnahmen geeinigt, um die Sicherheit an Bahnhöfen zu verbessern. Vor allem die Überwachung soll ausgeweitet werden. Hintergrund ist die Attacke auf ein Kind in Frankfurt.

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"Wir setzen konsequent auf Abschreckung und Aufklärung", erklärte Verkehrsminister Andreas Scheuer nach dem Treffen mit Innenminister Seehofer (beide CSU) und Bahnvorstand Ronald Pofalla. Sechs Wochen nach der tödlichen Attacke auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof einigten sich Bahn und Bund daruf, mehr Sicherheitskräfte an den Bahnhöfen patrouillieren zu lassen. Außerdem sollen Gesichtserkennung und Videoüberwachung ausgeweitet werden.

Mehr Bundespolizisten für die Bahnhöfe

Konkret sollen 1.300 zusätzliche Bundespolizisten für die Bahnhöfe abgestellt werden. Da das Personal noch ausgebildet werden muss, werden die Stellen nach und nach bis zum Jahr 2024 eingerichtet. Darüber hinaus machte sich Seehofer dafür stark, die Bundespolizei bis 2025 um 11.300 Stellen weiter zu verstärken. Sie solle "unter anderem für die präventive Aufgabenwahrnehmung auch auf Bahnhöfen" eingesetzt werden.

Auch die Deutsche Bahn will ihre eigenen Sicherheitskräfte an Bahnhöfen und in Zügen verstärken, eine Zahl wurde in der Mitteilung nicht genannt. Jährlich sollten zehn Millionen Euro zusätzlich dafür bereit gestellt werden. Geplant ist der Aufbau sogenannter Mobiler Unterstützungsgruppen - solche speziellen Einsatzkräfte gibt es bereits in Berlin, derzeit wird das Konzept in Essen und München umgesetzt.

Moderne Videotechnik

Verkehrsminister Scheuer kündigte an, in den kommenden Jahren 50 Millionen Euro in Videotechnik sowie 250 Millionen Euro in modernen Digitalfunk investieren zu wollen. Damit soll die Videoüberwachung auch mittels biometrischer Gesichtserkennung an Bahnhöfen vorangetrieben werden. Damit sollen bis Ende 2024 "nahezu alle großen Bahnhöfe mit moderner Videotechnik" ausgestattet werden.

Die beiden CSU-Minister und der Bahnvorstand vereinbarten ferner die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die an sechs bis sieben Bahnhöfen weitere technische Möglichkeiten zur Gefahrenreduzierung prüfen soll. Dabei geht es etwa um die Einrichtung von Barrieren auf dem Bahnsteig.

Am Hauptbahnhof von Frankfurt am Main hatte ein Mann am 29. Juli einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Das Kind starb noch im Gleisbett, die Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten. Der Tatverdächtige, ein 40 Jahre alter Eritreer, wurde direkt nach der Attacke gefasst. Er ist seit Ende August vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

© ARD

Die tödliche Attacke auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof hat die Politik aufgeschreckt. Jetzt hat Innenminister Seehofer - gemeinsam mit Verkehrsminister Scheuer und Bahnvorstand Pofalla - ein Konzept für mehr Sicherheit an Bahnhöfen vorgelegt.