BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Nach Angriff auf ARD-Team: Verdächtiger wieder frei | BR24

© picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Teilnehmer der Demonstration gegen eine Impfpflicht und gegen "freiheitseinschränkende" Maßnahmen der Bundesregierung vor dem Reichstagsgebäude.

2
Per Mail sharen

    Nach Angriff auf ARD-Team: Verdächtiger wieder frei

    Nach dem Angriff auf ein ARD-Team während einer Demonstration gegen die Politik der Bundesregierung in der Coronakrise ist ein Verdächtiger wieder auf freiem Fuß. Das Entsetzen über den zweiten Angriff auf Journalisten binnen weniger Tage ist groß.

    2
    Per Mail sharen

    Nach einem Angriff auf ein ARD-Kamerateam bei Corona-Protesten in Berlin ist ein Tatverdächtiger wieder frei. Der Mann sei nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

    Mann greift ARD-Team während Demonstration an

    Gegen den 46-Jährigen liege eine Strafanzeige wegen Körperverletzung vor. Der Mann soll beim Versuch, einen Tonassistenten zu treten, die Mikrofon-Angel getroffen haben. Diese schlug dann gegen den Kopf des Kameramannes. Zu der Attacke kam es bei einer nicht genehmigten Versammlung von bis zu 400 Menschen am Mittwoch vor dem Reichstagsgebäude.

    Der Angreifer hatte laut Polizei noch versucht zu flüchten, sei dann aber festgenommen worden. Nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios hatte sich ein Teilnehmer der Versammlung spontan aus der Menge gelöst; die Polizei habe unmittelbar reagiert. Dem Kameramann und dem Tonassistenten - nach Angaben der Polizei sind sie 56 und 51 Jahre alt - gehe es gut. Bereits am 1. Mai war ein Kamerateam des ZDF in Berlin angegriffen worden.

    Auf der Demonstration war es unter anderem zu Beleidigungen, Widerstandshandlungen und Körperverletzung gegen Polizisten gekommen, berichtete die Polizeisprecherin. Die Beamten setzten Platzverweise durch und nahmen die Personalien von 24 Menschen auf. Insgesamt waren demnach 260 Polizisten im Einsatz, gegen 19.00 Uhr war er beendet.

    ARD & Journalisten-Union verurteilen Angriff

    Nachdem gestern bereits die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, den Angriff verurteilt hatte meldete sich auch ARD-Chefredakteur Rainald Becker via Twitter zu Wort: "Erst ein Kamerateam des ZDF, heute ein Team der ARD. Wer Journalisten angreift und an ihrer Arbeit hindert, greift die Demokratie an."

    "Medienvertreter sind kein Freiwild", betonte die Landesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg, Renate Gensch. "Sie stehen für die Presse- und Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik, also auch für die Grundrechte, für die diese Demonstranten vermeintlich protestieren."

    Bereits am 1. Mai war in Berlin ein Team der ZDF-Satiresendung "heute-show" attackiert worden. Es drehte bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln am Rosa-Luxemburg-Platz. Danach wurde das Kamerateam von einer Gruppe vermummter Täter angegriffen. Sechs Menschen wurden dabei nach Angaben des ZDF verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!