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Mutmaßlicher Mörder von Frankfurt schon mehrfach auffällig | BR24

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Seehofer verspricht mehr Sicherheit

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Mutmaßlicher Mörder von Frankfurt schon mehrfach auffällig

Der mutmaßliche Täter von Frankfurt ist von der Schweizer Polizei wegen eines anderen Delikts seit Tagen gesucht worden. Zudem wurde bekannt, dass er in psychiatrischer Behandlung war. Minister Seehofer verspricht indes mehr Sicherheit an Bahnhöfen.

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Der mutmaßliche Mörder vom Frankfurter Hauptbahnhof war in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben. Der 40 Jahre alte Mann aus Eritrea sei in der Schweiz bereits mehrfach wegen Gewalttätigkeiten aufgefallen, sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch.

Zuletzt habe der Mann am Donnerstag vergangener Woche in der Schweiz eine Nachbarin mit dem Messer bedroht, sie gewürgt, eingesperrt und sei dann geflüchtet. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen. Laut Münch liegt die Vermutung nahe, dass der mutmaßliche Täter nach Deutschland geflüchtet sei, zu seinem Motiv gebe es noch keine Erkenntnisse.

Mutmaßlicher Täter "gut integriert"

Der 1979 in Eritrea geborene Mann, der verheiratet ist und selbst drei Kinder hat, sei 2006 unerlaubt in die Schweiz eingereist und habe 2008 dort Asyl gewährt bekommen, sagte Romann weiter. "Er besitzt seitdem in der Schweiz die Niederlassungsbewilligung der Kategorie C, das heißt gut integriert", sagte Romann.

Der Verdächtige sei einer festen Arbeit nachgegangen und aus Sicht der Ausländer- und Asylbehörden in der Schweiz gut integriert gewesen. Seehofer ergänzte, der Mann sei in Publikationen sogar als Beispielfall gelungener Integration vorgestellt worden.

Die Kantonspolizei Zürich teilte unterdessen mit, dass der mutmaßliche Täter in diesem Jahr in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Bei einer Hausdurchsuchung seien Dokumente gefunden worden, die darauf schließen lassen.

Seehofer: "Kaltblütiger Mord

Bundesinnenminister Seehofer hatte unter anderem wegen der Schreckenstat von Frankfurt seinen Urlaub unterbrochen, um sich mit den Chefs der Sicherheitsbehörden zu beraten. Die Tat bezeichnete er als einen "kaltblütigen Mord". Seehofer betonte: "Ein solches Ereignis macht uns alle fassungslos und trifft uns mitten ins Herz."

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft dem mutmaßlichen Täter Mord und zweifachen Mordversuch vor. Er soll am Montag am Frankfurter Hauptbahnhof einen Achtjährigen vor einen einfahrenden ICE auf das Gleisbett gestoßen haben. Der Junge wurde von dem Zug erfasst und kam ums Leben. Auch die Mutter wurde auf das Gleis gestoßen, konnte sich aber retten. Der Angreifer versuchte zudem, eine 78-jährige Frau in die Gleise zu stoßen, die sich aber in Sicherheit bringen konnte. Der 40-jährige Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wegen Verdachts des Mordes und des zweifachen versuchten Mordes sei am Nachmittag antragsgemäß erlassen worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Minister will stärkere Polizeipräsenz an den Bahnhöfen

Als Reaktion auf die tödliche Attacke will der Bundesinnenminister die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen verbessern. Mögliche Maßnahmen seien mehr Polizeipräsenz, eine stärkere Überwachung durch Videokameras und Umbauten an den Bahnhöfen, sagte Seehofer.

Der Minister kündigte Spitzengespräche mit dem Bundesverkehrsminister und Vertretern der Deutschen Bahn an, um über solche Maßnahmen zu beraten. Am Geld dürften diese nicht scheitern: "Wenn es um Menschenleben geht, gefällt mir das Argument mit dem Geld überhaupt nicht."

"Es gibt keine einhundertprozentige Sicherheit"

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, begrüßte den Vorstoß Seehofers. In der Rundschau des BR Fernsehens verwies er aber darauf, dass es einhundertprozentige Sicherheit nicht geben werde. Eine Prävention im Frankfurter Fall schätzt Malchow als schwierig ein. Denn sollte es sich beim Täter um eine Affekthandlung infolge einer psychischen Störung gehandelt haben, dann habe es auch keine geplante Vorgehensweise gegeben.

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Nach dem gewaltsamen Tod eines Buben am Frankfurter Hauptbahnhof will der Bundesinnenminister die Sicherheit im öffentlichen Raum stärken.