Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

"Münchner Runde" zum Pflege-Notstand: Welche Lösungen gibt es? | BR24

© picture-alliance/dpa

Symbolbild: Eine Person hält die Hand eines älteren Menschen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

"Münchner Runde" zum Pflege-Notstand: Welche Lösungen gibt es?

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt seit Jahren. Rund 2,9 Millionen Menschen sind in Deutschland auf Hilfe angewiesen, Tendenz steigend. Zehntausende Pflegefachkräfte fehlen. In der "Münchner Runde" diskutieren Experten und Politiker - jetzt live.

Per Mail sharen

Besonders in der Altenpflege ist der Mangel an Fachkräften gravierend. Immer weniger Menschen sind bereit, diese physisch und psychisch anstrengende Pflege-Arbeit zu leisten. Zu wenig Zeit und Personal in den Heimen, zu schlechte Bezahlung der Pflegekräfte.

Die Leidtragenden sind die alten Menschen und ihre Angehörigen. Was muss die Politik tun, um den Pflegenotstand zu verbessern?

Unsere Gäste:

Edith Dürr, Generaloberin der Schwesterschaft im BRK, kritisiert die Politik: "Es geht nicht nur um materielle Unterstützung für Angehörige, die pflegen. Die Thematik ist wesentlich vielfältiger. Wir brauchen dringend eine gesellschaftliche Diskussion über die Qualität der Pflege insgesamt und was uns diese wert ist. Das hat die Politik immer noch nicht begriffen."

Eva Ohlerth, Altenpflegerin, über die Maßnahme, Pflegekräfte im Ausland zu rekrutieren: "Fakt ist, wer die deutsche Sprache nicht beherrscht, darf meiner Meinung nach hier nicht in der Pflege arbeiten. Es muss eine Verständigung zwischen Pflegekräften , Angehörigen und Bewohnern stattfinden können. Alles andere ist gefährliche Pflege und dies muss auch kommuniziert werden."

Ruth Waldmann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, über Verbesserungen in der Pflege: "Wir müssen an vielen Stellschrauben drehen, wobei es zwei Säulen in der Pflege gibt, die wir beide stärken müssen und die unterschiedliche Maßnahmen erfordern: die Pflege zuhause und die professionelle Pflege. Das heißt zum einen, finanzielle Unterstützung und kompetente Beratung und Entlastung für pflegende Angehörige. Zum anderen heißt das, dass wir faire Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte brauchen."

Emmi Zeulner (CSU), Mitglied im Gesundheitsausschuss: "Entscheidend ist, dass wir die Abwärtsspirale in der Pflege durchbrechen. Wir dürfen uns nichts vormachen: Es wird eine nationale Kraftanstrengung werden die Pflege zukunftsfest zu machen. Der Fachkräftemangel ist in allen Branchen die größte Herausforderung unserer Zeit und bei der Pflege potenziert sich das Problem, weil die Menschen - zum Glück - immer älter werden."

Moderation: Durch die Sendung führt Achim Wendler, Leiter des BR-Hauptstadtstudios.

© BR

Zu wenig Pfleger, immer mehr alte, kranke Menschen. Ein möglicher Lösungsansatz: Digitalisierung im Heimalltag. Doch passen Roboter, Kameras und Funktechnik wirklich hierher?