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Offener Machtkampf: Söder und Laschet spalten die Union. Darüber hat die Münchner Runde am Mittwochabend diskutiert.

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Münchner Runde: CSU erhöht Druck auf CDU

Die K-Frage bleibt weiter spannend: CSU-Generalsekretär Markus Blume sendet deutliche Signale an die CDU, sich für Söder als Kanzlerkandidaten zu entscheiden. Auch ein Rückzug von der Kandidatur würde Söder stärken, glauben Beobachter.

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Von
  • Manuel Mehlhorn

Eine aktuelle Umfrage des Spiegels, wonach sich eine breite Mehrheit der potenziellen Unionswähler Markus Söder als Kanzlerkandidaten wünscht, spielt CSU-Generalsekretär Markus Blume in die Hände. In der Münchner Runde im BR-Fernsehen nutzte Blume die Umfrage dafür, den Druck bei der K-Frage auf die Union zu erhöhen. "Es braucht eine vertiefte Meinungsbildung in der CDU. Da nehme ich sehr unterschiedliche Stimmungen aus den Landesverbänden wahr." Nach Teilnehmerangaben sollen sich in einer Fraktionssitzung der Union mehr als doppelt so viele Abgeordnete für Söder im Vergleich zu Laschet ausgesprochen haben.

Geringeres Risiko für Söder

Zu den verschiedenen Szenarien, die sich bei der Frage um die Kanzlerkandidatur ergeben könnten, erklärte die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch von der Politischen Akademie in Tutzing: "Für Söder wäre ein Rückzug der Kandidatur weniger dramatisch. Ich würde vermuten, dass Herr Laschet nicht bereit ist zu verzichten, weil er dann als CDU-Parteivorsitzender beschädigt ist."

Söder in vier Jahren Kanzlerkandidat?

Dem stimmte die Söder-Biographin und Spiegel-Korrespondentin Anna Clauß zu: "Wenn die Bundestagswahl für die Union unter einem Kanzlerkandidaten Laschet im Wasser landet, würde Markus Söder dastehen und sagen: 'Mit mir wäre ja alles viel besser gelaufen.'" Möglicherweise könnte er dann vier Jahre später gebeten werden, es doch noch einmal zu versuchen, so Clauß.

Laschet-Unterstützer Kiesewetter sieht Söder in Bayern

Dieses Szenario verknüpfte der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg Roderich Kiesewetter mit einem konkreten Ratschlag an Markus Söder: Als Laschet-Unterstützer sieht Kiesewetter Markus Söder vorerst in Bayern. "So wie er Bayern aufgestellt hat, sehe ich Markus Söder auf dem besten Weg zur absoluten Mehrheit in Bayern. Und das will er aufgeben?" Kiesewetter stellte das Szenario in den Raum, wonach Söder bei der bayerischen Landtagswahl 2023 bayerischer Ministerpräsident werden könnte. Damit würde er, so Kiesewetter, als möglicher Kanzlerkandidat der Union gestärkt in die Bundestagswahl 2025 gehen.

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