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Münch: Politik verspielt in Corona-Krise womöglich Vertrauen | BR24

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Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hat sich in die Diskussion um die Corona-Regeln eingeschaltet. Sie analysierte den Streit um die Beherbergungsverbote und warnte, die Politik laufe Gefahr, Vertrauen zu verspielen.

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Münch: Politik verspielt in Corona-Krise womöglich Vertrauen

Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hat sich in die Diskussion um die Corona-Regeln eingeschaltet. Sie analysierte den Streit um die Beherbergungsverbote und warnte, die Politik laufe Gefahr, Vertrauen zu verspielen.

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Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch sieht die Gefahr, dass die Politik in der Corona-Krise das Vertrauen der Bevölkerung verspielt. Im "Thema des Tages" auf B5 aktuell sagte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing: "Meines Erachtens schlittert man da tatsächlich gerade hinein."

Umstrittenes Beherbergungsverbot

Viele der diskutierten Maßnahmen erschienen ihr plausibel, aber eben nicht alle. Gerade über das Beherbergungsverbot könne man sicherlich trefflich streiten, so Münch. Die Argumente dafür erschienen ihr nicht wirklich logisch. Unverständlich sei für sie auch, dass Gäste aus bayerischen Risikogebieten in Hotels im Freistaat übernachten können, Urlauber aus Risikogebieten anderer Bundesländer aber nicht. Damit, so Münch, gerate man "schon in die Gefahr, dass eigentlich dringlich erforderliche Maßnahmen (...) vielleicht auch nicht mehr befolgt werden".

Wann die Bevölkerung Corona-Regeln mitträgt

Über den Vorschlag der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, ab dem Warnwert von 35 Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner eine Maskenpflicht auch im Freien einzuführen, sagte die Politologin: "Die Leute machen dann mit, wenn man ihnen vernünftig begründen kann, dass das für Gebiete gilt, wo tatsächlich Ansteckungsgefahr besteht."

Wer kontrolliert die Einhaltung der Regeln?

Was die Kontrolle von bestehenden Regeln angeht, betonte Münch, das eine sei das Verhängen von Maßnahmen, das andere die Frage, wer sie kontrolliert. Das Problem sei, dass es für die Kontrolle nicht genügend Polizisten gebe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setze deshalb "auf soziale Kontrolle, also auf den schiefen Blick der anderen". Das funktioniere aber nur, wenn die Menschen tatsächlich hinter einer Regelung stehen.

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