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Müller: Kaffeesteuer bei Fair-Produkten abschaffen

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Müller: Kaffeesteuer bei Fair-Produkten abschaffen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat sich für die Abschaffung der Kaffeesteuer bei fair angebauten und verarbeiteten Produkten ausgesprochen. Bei den Kaffeebauern komme zu wenig Geld an, sagte Müller bei seiner Äthiopien-Reise.

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Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) haben sich für die Abschaffung der Kaffeesteuer für fair angebaute und verarbeitete Produkte ausgesprochen. Müller sagte vor einem Treffen mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed Ali in der Hauptstadt Addis Abeba, dass damit ein Wettbewerbsvorteil für jene Produkte geschaffen würde, die unter Beachtung von Mindeststandards erzeugt werden. Heil sprach sich dafür aus, darüber in der Großen Koalition zu sprechen.

Bei den Kaffeebauern kommen nur 60 Cent an

Müller argumentierte, dass Kaffee eines der Hauptprodukte von Entwicklungsländern sei, aber für die Rohware im Einkauf ein Niedrigstpreis bezahlt werde. Dieser entspreche gerade einmal drei oder vier Prozent des Preises, den Kunden in Deutschland für das Endprodukt bezahlten. In Äthiopien bekämen also die Bauern für ein Kilogramm lediglich 50 bis 60 Cent, und dann verlange der deutsche Finanzminister 2,19 Euro Kaffeesteuer. "Das hat doch mit Gerechtigkeit nichts zu tun", sagte der deutsche Entwicklungsminister.

"Wenn wir die Steuer abschaffen, könnte ein 500-Gramm-Päckchen fair gehandelter Kaffee, das heute noch rund sieben Euro kostet, für 1,10 Euro weniger angeboten werden." Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Heil: Wertschöpfung im Anbaugebiet

Heil sagte, Äthiopien habe 2,5 Millionen Plantagen und produziere massiv Kaffeebohnen. Gleichzeitig werde nur ein Prozent des Kaffees im Land geröstet. Das sei nicht einzusehen. Die Wertschöpfung müsse auch im Anbaugebiet möglich sein. Äthiopien gehört zu den wichtigsten Kaffee-Exporteuren und führt etwa ein Drittel des erzeugten Kaffees nach Deutschland aus.

Eine Milliarde Steuereinnahmen durch Kaffee

Kaffeesteuer ist eine nationale Verbrauchsteuer, die von der Zollverwaltung erhoben wird und dem Bund zusteht. Die jährlichen Steuereinnahmen betragen laut Finanzministerium rund eine Milliarde Euro. Eine Steuerfreiheit für fair gehandelte Sorten würde nach Berechnung des Entwicklungsministeriums Mindereinnahmen von 110 Millionen Euro jährlich nach sich ziehen. Jährlich werden in Deutschland Berichten zufolge pro Kopf mehr als 160 Liter Kaffee getrunken. Mittlerweile stammt nach Angaben des Forums Fairer Handel jede 20. Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, aus fairem Handel.