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Mueller-Ermittlungen: Trump-Team bemühte sich um gehackte Mails | BR24

© dpa/Manuel Balce Ceneta

US-Präsident Donald Trump schützt seine Augen vor dem grellen Licht, während er mit Reportern spricht (Archivbild)

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    Mueller-Ermittlungen: Trump-Team bemühte sich um gehackte Mails

    US-Präsident Trumps Wahlkampfteam hat offenbar 2016 versucht, an gehackte E-Mails der Demokraten zu gelangen. Das geht aus bisher vertraulichen Dokumenten der Mueller-Untersuchung hervor. Auch zur Ukraine-Affäre gibt es neue Details.

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    Donald Trump und sein Wahlkampfteam haben sich 2016 um E-Mails der Demokraten im Besitz von Wikileaks bemüht, um seiner Rivalin Hillary Clinton zu schaden. Das berichten der Sender CNN und die Nachrichtenseite "Buzzfeed" unter Berufung auf knapp 300 Seiten Unterlagen von Russland-Sonderermittler Robert Mueller.

    Demnach sagte Trumps stellvertretender Wahlkampfleiter Rick Gates gegenüber dem FBI aus, dass Trump, sein Sohn und weitere wichtige Mitglieder der Trump-Kampagne, etwa der spätere Justizminister Jeff Sessions und Jared Kushner, wiederholt darüber berieten, wie sie an die E-Mails kommen könnten.

    Trump sei frustriert gewesen, dass Wikileaks die Mails nur langsam an die Öffentlichkeit gegeben habe. Der außenpolitische Berater Michael Flynn hätte seine Kontakte im Geheimdienstmilieu nutzen sollen, um sie zu bekommen. Flynn habe auch die besten Russland-Kontakte gehabt, schrieben die Ermittler in dem Bericht.

    © AP

    Trumps Ex-Wahlkampfmanager Rick Gates hatte sich im Zuge der Russlandermittlungen für schuldig bekannt.

    Trump-Team streute Ukraine-These

    Darüber hinaus habe Paul Manafort, der damalige Wahlkampfmanager Trumps, die Theorie verbreitet, dass hinter dem Hackerangriff auf die Demokraten nicht Russland gestanden habe, sondern dies "wahrscheinlich das Werk der Ukrainer" gewesen sei. Die These, dass die Ukraine die E-Mail-Server der US-Demokraten hackte und Spuren legte, die auf Russland hindeuten, ist bei Trump und seinem Umfeld populär. Damit solle Trumps Legitimität als Präsident untergraben werden, heißt es.

    Die Ukraine geriet im Nachgang in den öffentlichen Fokus, weil Trump seinen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj im Sommer telefonisch zu Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn Hunter drängte. Im selben Gespräch fragte Trump nach dem angeblich in der Ukraine befindlichen Server.

    Die Demokraten werfen Trump Machtmissbrauch vor, zumal er bereits bewilligte Militärhilfe an die Ukraine bewusst zurückgehalten haben soll, um deren Regierung gefügig zu machen. Daher haben die Demokraten kürzlich Vorermittlungen zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten angestoßen.

    © pa/ZUMA Press/Douglas Christian

    Sonderermittler Robert Mueller bei seiner Anhörung vor dem Kongress am 24. Juli 2019 (Archivbild)

    Weitere Dokumente in den kommenden Monaten

    Wie US-Geheimdienste später bestätigten, waren die Tausenden E-Mails von einem Server der Demokraten von Russland gestohlen worden. Die Wikileaks-Veröffentlichung der E-Mails, die unter anderem die internen Machtkämpfe der Demokraten an den Tag legten, schadete Clinton in den Monaten vor der Präsidentschaftswahl im November 2016.

    Als Sonderermittler hatte Mueller überprüft, ob Russland Einfluss auf die Wahl von 2016 nahm und ob Trumps Wahlkampfteam dabei mit Moskau zusammenarbeitete. Außerdem ging es um die Frage, ob der Präsident die Justiz behindert hatte. Ende März schloss Mueller seine Arbeit ab. Sein Abschlussbericht wurde bislang nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht. Mueller schreibt darin, es gebe keine hinreichenden Beweise für kriminelle Absprachen mit dem Ziel, das Wahlergebnis zu beeinflussen. Vom Vorwurf der Justizbehinderung wurde Trump nicht freigesprochen.

    "Buzzfeed" und CNN hatten erfolgreich auf Herausgabe der Dokumente geklagt. Die stark redigierten Dokumente, die das Justizministerium daraufhin am Samstag freigab, sind nur eine erste Tranche. In den kommenden acht Jahren müssten nun jeden Monat Dokumente zu den Mueller-Ermittlungen freigegeben werden, berichtete Buzzfeed.