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Nach Chemiewaffenangriff in Syrien: Trump droht Assad | BR24

© picture-alliance/dpa

Berichte über Giftgasangriff in Syrien

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    Nach Chemiewaffenangriff in Syrien: Trump droht Assad

    Die EU macht den syrischen Präsidenten Assad für den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf eine syrische Rebellenhochburg verantwortlich. US-Präsident Trump droht Assad gar mit Vergeltung. Russland warnt die USA vor einem Militäreinsatz.

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    Die Europäische Union sieht nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien Hinweise auf Regierungstruppen als Täter. Einzelheiten nannte die EU in einer Stellungnahme nicht. Sie forderte Russland und den Iran auf, ihren Einfluss auf Präsident Baschar al-Assad geltend zu machen, um weitere Angriffe zu verhindern und generell auf eine Deeskalation hinzuwirken. Der Schutz von Zivilisten müsse absolute Priorität haben, hieß es.

    Syrien und Russland bestreiten Einsatz von Chemiewaffen

    Aktivisten der Opposition erklärten zuvor, in der von Regierungstruppen angegriffenen Stadt Duma seien Dutzende Todesopfer gefunden worden. Mehr als 500 weitere seien mit Atembeschwerden, Schaum vor dem Mund und brennenden Augen in Lazarette gebracht worden. Der Giftgasangriff sei am Samstagabend inmitten schweren Beschusses auch auf Krankenhäuser und Erste-Hilfe-Stationen erfolgt. Syrien und Russland bestreiten den Einsatz von Chemiewaffen.

    Trump warnt Verantwortliche des Angriffs

    US-Präsident Donald Trump verurteilte den "sinnlosen Chemieangriff" und warnte, die Verantwortlichen müssten einen "hohen Preis" dafür bezahlen. Dem Iran und Russland wies er eine Mitverantwortung zu. Sie würden das "Tier Assad" unterstützen.

    Warnung Russlands

    Russland warnte die USA davor, den Angriff als "Vorwand für einen Militäreinsatz" in Syrien zu nutzen. Eine Militärintervention "unter erfundenen Vorwänden" in einem Land, wo sich "auf Bitten der legitimen syrischen Regierung russische Soldaten aufhalten", wäre "inakzeptabel und könnte schwerste Konsequenzen haben".

    UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich "tief besorgt" und "beunruhigt. Zwar könnten die Vereinten Nationen die Berichte nicht überprüfen, aber ein nachgewiesener Einsatz von Chemiewaffen wäre "abscheulich", teilte Guterres mit. Er forderte alle Parteien in dem Bürgerkrieg auf, die Kämpfe einzustellen und humanitäre Hilfe für die Bevölkerung in Syrien zu ermöglichen.

    Rebellen wollen Duma aufgeben

    Indes wollen die Rebellen nach Angaben der syrischen Regierung die Stadt Duma aufgeben. Es heißt, die letzte Hochburg der Aufständischen in der Region soll evakuiert werden. Die Regierung Assad und die Rebellen hätten sich darauf geeinigt, dass alle Kämpfer Duma binnen 48 Stunden verlassen müssen. Im Gegenzug für ihren freien Abzug sollen die Rebellen mehrere Geiseln freilassen. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtet, dass bereits dutzende Busse vor Ort sind, um die Kämpfer fortzubringen. Ähnliche Pläne waren vor einigen Tagen gescheitert. Syrische und russische Kampfflugzeuge hatten Duma daraufhin wieder stark bombardiert.