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Mordfall Lübcke: Viele offene Fragen und Spur in rechte Szene | BR24

© picture alliance/Swen Pförtner/dpa-POOL/dpa

Nach Festnahme eines Tatverdächtigen: War Täter rechtsextrem?

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    Mordfall Lübcke: Viele offene Fragen und Spur in rechte Szene

    Am Wochenende wurde ein dringend tatverdächtiger 45-Jähriger im Zusammenhang mit der Tötung des Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke festgenommen. Nach Medienberichten soll er Kontakte in die rechte Szene gehabt haben.

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    Es war eine DNA-Spur, sichergestellt auf der Kleidung des erschossenen Politikers, die die Ermittler auf einen 45-jährigen Tatverdächtigen aufmerksam machte. In der Nacht zum Sonntag wurde der Mann in Kassel festgenommen. Bereits am Sonntag berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung, sowie NDR, WDR und "SZ" unter Berufung auf Ermittlerkreise von "Kontakten in die rechte Szene", über die der Festgenommene verfügen soll.

    Tatverdächtiger mit "Kontakten in die rechte Szene"

    Laut F.A.Z. werde derzeit geprüft, ob und inwieweit der Mann in letzter Zeit in der rechten Szene aktiv war. Laut Informationen der Bild-Zeitung hat der Mann ein langes Vorstrafenregister. Dass seine DNA den Behörden bekannt ist, spricht dafür, dass er in der Vergangenheit erkennungsdienstlich aufgefallen war. Die Festnahme am Wochenende stehe in keinem Zusammenhang mit einer weiteren Überprüfung einer Person auf einer Fähre, so die Behörden.

    Viele offene Fragen

    Weitere Informationen über den Tatverdächtigen, dessen Motiv oder eine politische Orientierung gaben die Ermittlungsbehörden nicht. Am Nachmittag soll es eine Pressekonferenz geben. Noch am Sonntagnachmittag erließ ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht in Kassel Untersuchungshaft gegen den Festgenommenen.

    Rechte Häme und Hetzte gegen Lübcke

    So bleiben gut zwei Wochen nach der Tat weiterhin viele Fragen offen. Bekannt ist bisher, dass der CDU-Politiker Walter Lübcke kurz vor Mitternacht am 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses mit einem Kopfschuss getötet wurde.

    In der Vergangenheit hatte Lübcke Morddrohungen erhalten. Als Regierungspräsident hatte er sich für die Aufnahme von Geflüchteten in Nordhessen ausgesprochen. Ob diese Äußerungen im Zusammenhang mit seiner Tötung stehen ist unklar.

    Als Reaktion auf den Tod von Lübcke äußerten Nutzer in rechten Blogs Häme und Hetze gegen den 65 Jährigen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte diese Äußerungen in sozialen Netzwerken seien "zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig".