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Morddrohungen: Hollstein will sich nicht einschüchtern lassen | BR24

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Vor zwei Jahren hat ein Mann Andreas Hollstein mit einem Messer angegriffen. Der Bürgermeister von Altena in Nordrhein-Westfalen erhält immer wieder Morddrohungen. "Wenn man da einen Millimeter zurückgeht, haben die gewonnen", sagt er heute.

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Morddrohungen: Hollstein will sich nicht einschüchtern lassen

Vor zwei Jahren hat ein Mann Andreas Hollstein mit einem Messer angegriffen. Der Bürgermeister von Altena in Nordrhein-Westfalen erhält immer wieder Morddrohungen. "Wenn man da einen Millimeter zurückgeht, haben die gewonnen", sagt er heute.

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Andreas Hollstein ist Bürgermeister der Kleinstadt Altena in Nordrhein-Westfalen. Der CDU-Politiker bekommt regelmäßig Morddrohungen, zuletzt kurz nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Im November 2017 hatte ein Mann Andreas Hollstein in einem Dönerimbiss attackiert, er beschimpfte ihn wegen seiner Flüchtlingspolitik und verletzte ihn mit einem 30 Zentimeter langen Messer am Hals.

"Keinen Millimeter zurückgehen"

Politiker sollten sich von Morddrohungen nicht einschüchtern lassen, betonte er im radioWelt-Interview auf Bayern 2. "Wenn man da einen Millimeter zurückgeht, haben die ja gewonnen. Ich bin in die Politik gegangen, weil ich Überzeugungen habe, und die möchte ich mir auch bewahren", sagte Hollstein.

"Das Berufsbild hat sich verändert. Auch für ehrenamtliche Bürgermeister und Bürgermeisterinnen gilt, dass Hass, Hetze, Drohszenarien zugenommen haben. Das macht den Beruf nicht attraktiver und das macht es auch nicht attraktiver, sich im Ehrenamt einzusetzen. Und das ist schade für unsere Demokratie." Andreas Hollstein (CDU)

Drohungen nicht ignorieren, sondern melden

Der CDU-Politiker appellierte an von Morddrohungen betroffene Politiker, diese nicht zu ignorieren. "Das ist manchmal so skurril, dass man das gar nicht ernst nimmt. Ich kann heute nur Kolleginnen und Kollegen davor warnen und sagen: 'Wenn ihr bedroht werdet oder wenn ihr Morddrohungen erhaltet, sofort weitermelden an den Staatsschutz.'" Damit werde die Dichte an Ermittlungen gestärkt.

Eine Verschärfung von Strafen werde das Problem nicht lösen, so Hollstein.

"Wir werden das Problem nur lösen, wenn wir in der Gesellschaft zusammenstehen und der Ausgrenzung, dem Hass und der Hetze Zusammenhalt und Überzeugungen und Haltung und Mut gegenüberstellen." Andreas Hollstein (CDU)