Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Mord in Berlin: Deutschland weist russische Diplomaten aus | BR24

© BR24

BR-Reporter Achim Wendler im Gespräch zur Diplomatische Krise mit Russland.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Mord in Berlin: Deutschland weist russische Diplomaten aus

Nach dem Mord an einem Georgier in Berlin hat die Bundesregierung zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft ausgewiesen. Der Generalbundesanwalt ermittelt. Das russische Außenministerium kündigte Vergeltungsmaßnahmen an.

3
Per Mail sharen
Teilen

Das Auswärtige Amt hat zwei russische Diplomaten des Landes verwiesen. Sie seien mit sofortiger Wirkung zu unerwünschten Personen erklärt worden, teilte ein Sprecher mit. Hintergrund ist der Mord an einem Georgier mitten in Berlin vor einigen Wochen. Trotz "wiederholter hochrangiger und nachdrücklicher Aufforderungen" würden russische Behörden "nicht hinreichend bei der Aufklärung des Mordes" mitwirken, hieß es.

Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA erklärte das russische Außenministerium, man werde im Gegenzug ebenfalls zwei deutsche Diplomaten ausweisen.

Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Sie geht dem Verdacht nach, dass der Mann im Auftrag staatlicher Stellen Russlands oder Tschetscheniens getötet wurde. Dafür gebe es "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte", teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Das könnten beispielsweise ein russischer Geheimdienst, das russische Verteidigungsministerium oder auch tschetschenische Stellen sein.

Die neuesten Ermittlungen hätten sich mit den bislang vorliegenden Indizien zu einem Gesamtbild zusammengefügt, hieß es aus Karlsruhe. Vor diesem Hintergrund handle es sich um eine "staatsschutzspezifische Tat von besonderer Bedeutung".

Die Ermittler stützen ihren Anfangsverdacht unter anderem auf einen falschen Namen, den der mutmaßliche Täter benutzt hat - für diesen Namen aber einen offiziellen Pass hatte. Zudem hatten russische Diplomaten zunächst behauptet, dieser falsche Namen sei echt.

Von hinten erschossen

Am 23. August war ein 40 Jahre alter Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit in einem kleinen Park in Berlin-Moabit von hinten erschossen worden. Sein Mörder hatte sich ihm am Tag auf einem Fahrrad genähert und auf Rücken und Kopf gezielt. Der mutmaßliche Täter, ein 49 Jahre alter Mann mit russischem Pass, war kurz nach der Tat gefasst worden. Seit seiner Festnahme schweigt er.

Das Opfer soll im zweiten Tschetschenien-Krieg gegen Russland gekämpft haben. Über Verwicklungen Russlands in den Fall gab es bereits in der Vergangenheit wiederholt Spekulationen. Die russische Regierung wies dies aber zurück.

© BR

Nach dem Mord an einem Georgier in Berlin hat die Bundesregierung zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft ausgewiesen. Der Generalbundesanwalt ermittelt. Das russische Außenministerium kündigte Vergeltungsmaßnahmen an.