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Mitte-Links-Politiker gewinnt Wahl in Argentinien | BR24

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Alberto Fernandez hat nach ersten amtlichen Ergebnissen mit 47,21 Prozent der Stimmen die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen. Der Oppositionskandidat liegt damit deutlich vor Amtsinhaber Mauricio Macri, der 41,42 der Stimmen erhielt.

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Mitte-Links-Politiker gewinnt Wahl in Argentinien

Der Gewinner der Präsidentschaftswahl in Argentinien heißt Alberto Fernández. Der Mitte-Links-Politiker liegt nach Auszählung der meisten Stimmen vor Amtsinhaber Macri. Die Wahl stand unter dem Zeichen einer schweren Wirtschaftskrise.

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Der Oppositionskandidat Alberto Fernández liegt nach ersten Ergebnissen der Präsidentenwahl in Argentinien deutlich vorn. Nach Auszählung in mehr als 80 Prozent der Wahllokale kam der Mitte-Links-Politiker auf gut 47 Prozent der Stimmen. Der konservative Amtsinhaber Mauricio Macri lag bei rund 41 Prozent, wie aus Zahlen der Wahlbehörde hervorging.

Das Ergebnis fiel demnach etwas knapper aus, als Umfragen es hatten erwarten lassen. Sollte Fernández mindestens 45 Prozent der Stimmen erhalten, käme es nicht zu einer Stichwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 81 Prozent.

Der Sieg für Fernández bedeutet gleichzeitig die Rückkehr der direkten Vorgängerin Macris, Cristina Kirchner, in die Regierung. Die 66-Jährige ist Fernández' Vizekandidatin. Gegen sie laufen derzeit mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen. Weil sie derzeit Senatorin ist, genießt sie Immunität.

Unruhe an den Märkten

Der Peronist Fernández war Kabinettschef während der vierjährigen Präsidentschaft von Kirchners Ehemann, dem inzwischen verstorbenen Néstor Kirchner. Er übte das Amt auch noch in den ersten Monaten der darauf folgenden Amtszeit von Cristina Kirchner aus. Sie regierte von 2007 bis 2015. Er gilt als gemäßigt und nicht durch Korruptionsvorwürfe belastet.

Sein Erfolg bei den Vorwahlen hatte trotzdem für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Anleger befürchteten, dass Fernández eine Rückkehr zur Politik Kirchners anstrebt. Sie hatte auf Handels- und Kapitalkontrollen gesetzt.

Argentinien steckt in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, obwohl der Internationale Währungsfonds (IWF) dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr einen Bereitschaftskredit von 57 Milliarden US-Dollar gewährte. Die Inflationsrate liegt bei mehr als 50 Prozent.

Allein im vergangenen Jahr rutschten nach Angaben der Statistikbehörde 3,4 Millionen Argentinier in die Armut ab. Der Kampf gegen die Armut war eines der wichtigsten Wahlversprechen Macris vor vier Jahren.