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Mitsotakis fordert mehr Hilfe von Europa | BR24

© dpa/pa, Ayhan Mehmet

Illegale Migranten auf der griechischen Insel Lesbos

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    Mitsotakis fordert mehr Hilfe von Europa

    Griechenlands Ministerpräsident Mitsotakis hat Deutschland aufgerufen, weitere Flüchtlinge direkt von der Insel Lesbos aufzunehmen. Grundsätzlich sei mehr Lastenteilung innerhalb der EU nötig, sagte er in einem Zeitungsinterview.

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    Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat Deutschland angesichts der dramatischen Lage auf der Insel Lesbos zur Aufnahme von weiteren Flüchtlingen gedrängt. Mitsotakis bejahte die Frage, ob Deutschland direkt Flüchtlinge aus Lesbos aufnehmen sollte, in der "Bild am Sonntag". Die Idee von Dublin laute, dass "ein Teil der Asylantragsverfahren in anderen Ländern durchgeführt wird."

    Griechenland hat die Kapazitätsgrenze erreicht

    Der Ministerpräsident forderte eine Änderung des Dublin-Verfahrens: "Wir müssen einen europäischen Asyl- und Migrationspakt entwickeln, wie ihn die Kommission versprochen hat, und im Umgang mit diesem Problem benötigen wir mehr Lastenteilung." Der griechische Ministerpräsident sagte der Zeitung, dass sein Land die Grenzen seiner Kapazität erreiche. "Wir nehmen 400 bis 500 Menschen pro Tag auf."

    Kritik an Türkei

    Er sieht zudem viele der Menschen, die in Griechenland derzeit auf den Inseln ankommen, nicht als asylberechtigt an: "Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass viele dieser Menschen, die zu uns kommen, keine Flüchtlinge sind. Sie sind Wirtschaftsmigranten." Mitsotakis forderte auch, "ein deutliches Signal an die Schmuggler und Netzwerke" zu senden.

    "Wenn ihr kommt und wisst, dass ihr keinen Anspruch auf internationalen Schutz habt, seid euch dessen bewusst, denn wir werden euch zurückschicken." Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident Griechenland

    Der griechische Ministerpräsident verteidigte sich gegen Kritik, dass die Lage in Lesbos und anderen griechischen Inseln für Flüchtlinge unzumutbar sei: "Wir machen viel, um mit diesem großen Problem umzugehen." Es sei allerdings deutlich geworden, "dass das Abkommen zwischen der EU und der Türkei, das fast zweieinhalb Jahre lang recht gut funktioniert hat, momentan von der Türkei nicht mehr eingehalten wird".

    Überfüllte Flüchtlingslager auf den Ägäis-Inseln

    Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 setzten täglich Tausende Menschen von der türkischen Küste nach Lesbos und anderen griechischen Ägäis-Inseln über. Seit dem EU-Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und der Europäischen Union im März 2016 ist die Zahl der Neuankömmlinge auf den Inseln deutlich zurückgegangen. Seit einiger Zeit erreichen allerdings wieder mehr Menschen über die Ägäis Europa.

    Die Registrierlager auf den Inseln sind überfüllt. In und um die Camps von Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos leben nach Angaben des griechischen Ministeriums für Bürgerschutz rund 39.000 Menschen. Platz haben die Camps für rund 7.500 Menschen. Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, hatte kürzlich nach einer Inspektion des Lagers auf Lesbos die Lage dort als katastrophal bezeichnet. Die neue EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hatte eine Reform der EU-Asylpolitik als dringend notwendig bezeichnet.

    Politiker fordern Asylzentren an Außengrenzen

    Einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge appellierten 40 Abgeordnete aus mehreren Ländern an die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, sich für die Errichtung von Asylzentren an Europas Außengrenzen einzusetzen. Dort sollten Asylsuchende "direkt in ein Asylverfahren gehen und im negativen Fall direkt von dort wieder zurückgeschoben werden", heißt es in einem Schreiben der Parlamentarier an von der Leyen, das der Zeitung vorliegt. Anerkannte Flüchtlinge sollen aus den Zentren auf die EU-Staaten verteilt werden.

    Unterzeichnet ist das Schreiben laut "Welt am Sonntag" unter anderem von den CDU-Bundestagsabgeordneten Marian Wendt, Philipp Amthor, Armin Schuster sowie CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Hinzu kommen Volksvertreter aus Italien, Griechenland und Zypern sowie aus dem EU-Parlament.