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Mit Käsekuchen und Eiscreme die zehn Gebote feiern | BR24

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Mit Käsekuchen und Eiscreme die zehn Gebote feiern

Mit Sonnenuntergang beginnt heute Schavuot. 49 Tage nach Pessach vergleicht man das jüdische Erntedankfest irrtümlicherweise mit Pfingsten, das sieben Wochen nach Ostern gefeiert wird. In jüdischen Familien isst man jetzt vor allem Milchspeisen.

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Dienstagmittag in einem koscheren Feinkostladen in München. Das letzte Stück Käsekuchen ist gerade verkauft worden. David Nussbaum, der als Maschgiach überwacht, ob die Lebensmittel koscher sind, zeigt auf das leere Kühlregal. Anders als bei anderen jüdischen Feiertagen würden zu Schavuot vor allem Milchspeisen gegessen, so Nussbaum. Auf englischsprachigen Seiten im Netz ist deshalb ein Wettstreit um das beste Cheese-Cake-Rezept entbrannt. Und manche jüdische Gemeinde hierzulande lädt zur Eiscreme-Party für Kinder. Doch eigentlich geht es an Schavuot um etwas anderes, erläutert der Augsburger Rabbiner Henry Brandt.

„Schavuot ist zum einen der Höhepunkt der Weizenernte und noch besser bekannt als Anfang der Fruchternte.“

Heute viel wichtiger aber sei der religionsgeschichtliche Grund: Die Verkündung der 10 Gebote am Berg Sinai. Mose nimmt die Gesetze Gottes auf zwei Steintafeln entgegen, so erzählt es die Bibel. 40 Jahre ziehen die Israeliten als Flüchtlinge durch die Wüste. Mit den zehn Geboten bekommen sie erstmals Regeln für das künftige Zusammenleben im verheißenen Land. Während aber Mose die Gesetze abholt, hat das Volk Gott bald vergessen und tanzt ums goldene Kalb. An dieses Fehlverhalten erinnert Schavuot. Aber eben auch daran, wie wichtig die Tora, die Heilige Schrift für die Juden ist, betont der ehemalige Württembergische Landesrabbiner Joél Berger.

„Die Tora, das Volk Israel und das Land der Verheißung sind bestimmende Punkte unseres Jüdisch-Seins und gehören untrennbar zusammen.“

Auch deshalb machen viele Juden die Nacht durch und studieren die Tora.