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Mit 77 Jahren: Sanders kandidiert erneut für US-Präsidentschaft | BR24

© dpa-Bildfunk

Bernie Sanders

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    Mit 77 Jahren: Sanders kandidiert erneut für US-Präsidentschaft

    Bernie Sanders will es noch einmal wissen: Der 77-Jährige reiht sich in das große Bewerberfeld der Demokraten ein, die Trump 2020 besiegen wollen. Dem selbsternannten "demokratischen Sozialisten" werden im Vorwahlkampf gute Chancen eingeräumt.

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    Ab sofort heißt es für Millionen Linke in den USA wieder: "Feel the Bern". Mit diesem Slogan konnte Bernie Sanders im letzten Vorwahlkampf der Demokraten vor allem junge Wähler mobilisieren. Eine Graswurzel-Bewegung entstand und der Senator aus Vermont lieferte der Favoriten um die Kandidatur, Hillary Clinton, ein überraschend knappes Rennen. Clinton setzte sich aber durch – und verlor anschließend gegen Donald Trump den Kampf ums Weiße Haus.

    Nun tritt Sanders noch einmal an. Das verkündete er in einem Radiointerview. Mit seinem "Glauben an Gerechtigkeit, an Gemeinschaft, an Basispolitik" will er den Wahlkampf angehen. Donald Trump bezeichnete er in dem Interview als "rassistisch, sexistisch, homophob und fremdenfeindlich".

    Sanders ist Ikone der Linken in den USA

    Der 77-Jährige ist im letzten Vorwahlkampf zu einer Ikone der Linken in den USA geworden. Er vertritt Ansichten, die selbst für viele in der demokratischen Partei zu extrem sind: Krankenversicherung für alle, Abschaffung von Studiengebühren, deutliche Erhöhung des Mindestlohns, bezahlte Elternzeit. Was für die meisten Deutschen als gesellschaftlicher Konsens gilt, wird in den konservativen amerikanischen Medien als Sozialismus beschrien. Sanders beschreibt sich auch tatsächlich selbst als "demokratischen Sozialisten". In den Ohren vieler Amerikaner klingt das gefährlich. Auch Trump warnte zuletzt in seiner Rede zur Lage der Nation vehement vor sozialistischen Ideen.

    Und doch kann Sanders sich Chancen auf die Kandidatur ausrechnen, auch wenn das Feld der Demokraten weitaus breiter ist als es im letzten Vorwahlkampf. 2015 waren es lediglich fünf Kandidaten – und für viele war schon vorher klar, dass Clinton das Rennen machen würde. Nun sieht es anders aus: Mehr als zehn Demokraten haben ihre Kandidatur offiziell verkündet. Knapp ein weiteres Dutzend überlegt, ebenfalls anzutreten - oder kokettiert zumindest damit.

    Breites Bewerberfeld für die Kandidatur der Demokraten

    Von denen, die bereits offiziell ihre Kandidatur verkündet haben, gelten derzeit Kamala Harris, Senatorin aus Kalifornien, und der Senator aus New Jersey, Corey Booker, als Favoriten. Für Sanders gefährlich werden könnte auch Elizabeth Warren werden: Sie ist Senatorin aus Massachusetts und auch sie gilt als Ikone der Linken.

    Nach wie vor gilt es auch als möglich, dass Joe Biden – Vizepräsident unter Barack Obama – ebenfalls noch ins Rennen einsteigen könnte. Er ist, wie Sanders auch, nicht gerade ein Nachwuchstalent der Partei: Biden ist 76 Jahre alt. Deutlich jünger dagegen ist Beto O’Rourke: Der Demokrat aus Texas verlor zwar kürzlich die Senatswahl in seinem Heimatstaat gegen Ted Cruz. Doch gilt er als neuer Star der Partei und wird von Fans und Medien wahlweise mit John F. Kennedy oder Obama verglichen. Er will sich bis Ende des Monats festlegen, ob er seine Hut ebenfalls in den Ring wirft.

    Sanders‘ Nachfolgerin steht in den Startlöchern

    Es wird bei der Vorwahl der Demokraten so oder so zu einer Rekordzahl an Bewerbern kommen. Sanders hat dabei den Vorteil, dass er dank seiner Erfolge beim letzten Versuch der bekannteste unter ihnen ist. Zudem sind bei der Zwischenwahl, bei der die Demokraten das Repräsentantenhaus erobern konnten, mehr Frauen, mehr jüngere und vor allem auch mehr linke Politiker in den Kongress eingezogen. Für seine Vorhaben ist die Basis im Kongress folglich breiter also noch vor vier Jahren.

    Die bekannteste der Neuen ist Alexandria Ocasio-Cortez aus New York. Die 29-Jährige gilt wie O’Rourke als Shootingstar der Partei. Wie kaum jemand sonst versteht sie es, die sozialen Medien zu nutzen und damit vor allem junge Menschen zu begeistern. Auch sie gilt als sehr links und als die Politikerin, die die Sanders-Ideale zukünftig in der Partei hochhalten wird. Wie lange das Sanders noch selbst tut, wird davon abhängen, ob er noch mal umziehen muss - dann ins Weiße Haus.