Der wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen kritisierte Bischof Franz-Josef Bode wird das Bistum Osnabrück verlassen.
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Der wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen kritisierte Bischof Franz-Josef Bode wird das Bistum Osnabrück verlassen.

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Missbrauchsskandal: Osnabrücker Bischof Bode zurückgetreten

Erstmals ist ein katholischer Bischof in Deutschland im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal zurückgetreten: Franz-Josef Bode wird das Bistum Osnabrück verlassen. Er begründet den Schritt vor allem mit eigenen Fehlern.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Er war der dienstälteste amtierende katholische Bischof Deutschlands. Nun tritt Franz-Josef Bode zurück.

Bode bittet Betroffene um Verzeihung

Er begründet den Schritt vor allem mit eigenen Fehlern bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. So habe der im vergangenen September veröffentlichte Zwischenbericht zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück "noch einmal deutlich seine eigenen Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen vor Augen geführt", erklärte der Bischof. In dem Bericht waren Vorwürfe gegen Bode erhoben worden. Er wurde mehrfach mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, auch von Mitarbeitenden des Bistums. Der Bischof sagte, er bekenne sich ausdrücklich zu seiner Verantwortung als Bischof wie zu seinen persönlichen Fehlern: "Ich kann heute nur alle Betroffenen erneut um Verzeihung bitten!" Er hoffe, dass vor dem Hintergrund des erlittenen Vertrauensverlusts sein Rücktritt auch befreiend wirken könne.

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Zugleich verwies er auf Maßnahmen, die er zu einem besseren Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt inzwischen auf den Weg gebracht habe. Auch mit dem vorläufigen Abschluss des Reformprozesses "Synodaler Weg" der katholischen Kirche in Deutschland sei ein ihm wichtiges Zwischenziel erreicht worden.

Bätzing: "Großes Bedauern und Respekt"

Mit Bodes Rücktritt endet die Amtszeit des dienstältesten amtierenden Bischofs in Deutschland, der seit 2017 auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war. Der Bischof zählte zudem zum Präsidium des Synodalen Weges. Bischof Bode wurde 1991 Weihbischof im Erzbistum Paderborn und war seit 1995 Bischof von Osnabrück. Nach Angaben des Bistums ist der Rücktritt unmittelbar wirksam.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, nahm die Entscheidung mit "großem Bedauern und Respekt" zur Kenntnis. "Gerne hätte ich Dich noch weitere Jahre an unserer Seite in der Deutschen Bischofskonferenz gesehen. Gleichzeitig verstehe ich Deine Entscheidung und die damit verbundenen Konsequenzen." Mit dem Rücktritt übernehme Bode auch Verantwortung für das "uns alle seit langem begleitende Thema des sexuellen Missbrauchs in der Kirche", sagte Bätzing: "Es war ein Ringen in Dir, eine innere Zerrissenheit, manchmal auch die Enttäuschung über Mitbrüder".

Mit Informationen von dpa epd und KNA

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