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Der Limburger Bischof Georg Bätzing reiste als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zu Papst Franziskus nach Rom.

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    Missbrauch und Reformen: Bätzing zu Privataudienz beim Papst

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, ist zu Gesprächen mit Papst Franziskus nach Rom gereist. Hintergrund ist die Krise der Kirche in Deutschland, die um Reformen ringt – und um Konsequenzen nach dem Missbrauchsskandal.

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    Von
    • Simon Berninger

    Papst Franziskus hat den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), den Limburger Bischof Georg Bätzing, am Donnerstag zu einer Privataudienz empfangen. In dem vertraulichen Gespräch ging es um "die Situation der Kirche in Deutschland angesichts der Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs und der schwierigen Situation in mehreren Bistümern", sagte Bätzing im Anschluss laut Mitteilung der DBK.

    Keine Entscheidungen in der Causa Köln

    Zuletzt sorgte die abgelehnte Rücktrittsbitte des Münchner Kardinals Reinhard Marx für Unruhe in der katholischen Kirche in Deutschland. Anfang Juni schickte Franziskus außerdem zwei päpstliche Visitatoren ins Erzbistum Köln, um sich ein Bild über die in Verruf geratene Aufarbeitung unter Kardinal Rainer Maria Woelki zu machen. Konsequenzen in der Causa Köln wurden allerdings auch nach dem Gespräch zwischen Bätzing und Franziskus nicht mitgeteilt. Der Papst hoffe, "dass Spannungen überwunden werden können", wird Bätzing zitiert.

    "Aus der Luft gegriffen": Synodaler Weg ist kein Sonderweg

    Außerdem habe er den Papst "ausführlich" über den Stand des Synodalen Weges informiert. Bätzing habe klargestellt, "dass kolportierte Zuschreibungen, wonach sich die Kirche in Deutschland auf Sonderwege begeben wolle, aus der Luft gegriffen sind". Damit bezog sich Bätzing auf Einwände aus Deutschland und in Teilen auch aus dem Vatikan, die den Reformweg der Kirche in Deutschland als "Irrweg" oder "Suizidalen Weg" verunglimpfen, weil dort Reformthemen diskutiert würden, die nur von Rom aus verändert werden könnten.

    Demgegenüber habe Papst Franziskus Bätzing "ermutigt, den eingeschlagenen Synodalen Weg weiterzugehen, die anstehenden Fragen offen und ehrlich zu diskutieren und zu Empfehlungen für ein verändertes Handeln der Kirche zu kommen".

    Davon könnte der Papst und mit ihm die Weltkirche profitieren: Denn Franziskus selbst hat einen zweijährigen synodalen Weg mit allen Bischofskonferenzen rund um den Globus angekündigt, der schon im Oktober beginnt. Entsprechend habe er Bätzing gegenüber dafür geworben, "dass die Kirche in Deutschland den von ihm ausgerufenen Weg der Synodalität hin zur Bischofssynode 2023 mitgestaltet".

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