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Missbrauch in der Kirche: Opfer oft als Bittsteller gesehen | BR24

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Der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zwischen Staat und Kirche. Das betrifft auch die sieben bayerischen Bistümer.

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Missbrauch in der Kirche: Opfer oft als Bittsteller gesehen

Der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zwischen Staat und Kirche. Das betrifft auch die sieben bayerischen Bistümer.

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Geht es nach dem unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, dann sollen in den kommenden Wochen Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche gemeinsam mit Vertretern der Bundesregierung klare Kriterien und Standards für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im kirchlichen Kontext erarbeiten.

Bayerische Bistümer, Kloster Ettal und Regensburger Domspatzen

Endlich, findet Rörig, denn kommende Woche jährt sich die Bekanntmachung der Missbrauchsfälle im Berliner Canisius Kolleg zum neunten Mal. Damit kam der Stein ins Rollen, der hundertfachen Missbrauch auch in den bayerischen Bistümern, dem Internat des Klosters Ettal oder bei den Regensburger Domspatzen offenlegte.

"Der Umgang mit Betroffenen sexueller Gewalt aus dem katholischen Kontext muss unbedingt verbessert werden. Bisher wurden Betroffene oft als Bittsteller gesehen. Betroffene müssen in Zukunft im Mittelpunkt der Aufarbeitung stehen, die Aufarbeitung auch selbst mitgestalten können." Johannes-Wilhelm Rörig

Arbeitsgruppe "Aufarbeitung Kirchen“

Ende Dezember hatte Rörig die bundesweite Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Diese fordert jetzt darüber hinaus klare Zugangsbefugnisse zu Akten und Archiven sowie Standards zur Beteiligung von Betroffenen bei der Aufarbeitung und Entschädigung. Rörig weist im BR-Interview darauf hin, dass es immer noch Widerstände und Zögern in den Bistümern gibt.