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Missbrauch auf Campingplatz: Neuer Verdächtiger im Fall Lügde | BR24

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Im Fall des hundertfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde gibt es einen weiteren Verdächtigen. Der Vorwurf gegen den 57-Jährigen wiegt schwer. Ermittler durchsuchen aktuell die Parzelle des Mannes.

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Missbrauch auf Campingplatz: Neuer Verdächtiger im Fall Lügde

Im Fall des hundertfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde gibt es einen weiteren Verdächtigen. Der Vorwurf gegen den 57-Jährigen wiegt schwer. Ermittler durchsuchen aktuell die Parzelle des Mannes.

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Im Missbrauchsfall von Lügde gibt es einen neuen Beschuldigten. Der 57 Jahre alte Mann aus Steinheim bei Höxter sei durch die Befragung eines minderjährigen Betroffenen in den Fokus der Ermittlungskommission "Eichwald" geraten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Gegen den Verdächtigen sei aufgrund der Zeugenaussage ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eingeleitet worden. Die Ermittler hatten am Mittwochabend damit begonnen, die Parzelle des Mannes auf dem Campingplatz in Lügde zu durchsuchen. Die Durchsuchung wird den Angaben zufolge fortgesetzt.

Prozess geht heute weiter

Der Strafprozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf dem Campingplatz geht unterdessen heute vor dem Landgericht Detmold weiter. Dabei sollen weitere Betroffene und Angehörige gehört werden. Bei den Ermittlungen waren mehr als 40 von Missbrauch Betroffene identifiziert worden. Gegenstand des laufenden Verfahrens sind die Gewalttaten gegen 34 Minderjährige. Die jüngsten sollen erst vier Jahre alt gewesen sein.

Zum Auftakt in der vergangenen Woche hatten alle Angeklagten Geständnisse abgelegt. Vor Gericht in Detmold stehen zwei Angeklagte: Der 56-jährige Andreas V. aus Lügde und der 34-jährige Mario S. aus Steinheim. Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten, einen 49-Jährigen aus dem niedersächsischen Stade, war am zweiten Verhandlungstag abgetrennt worden.

Mehrfache Vergewaltigung

Die Angeklagten sollen die Minderjährigen auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen wiederholt vergewaltigt haben. Der 49-Jährige aus Stade soll an Webcam-Übertragungen teilgenommen haben und teilweise zu den Gewalttaten angestiftet haben.

Der Fall Lügde gilt als einer der größten Missbrauchsskandale der vergangen Jahrzehnte. Der jahrelange Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. In der Folgezeit wurden eine ganze Reihe von Ermittlungspannen und Behördenfehler in dem Fall offenkundig. Unter anderem verschwand bei der Polizei Lippe Beweismaterial. Auch das Verhalten von Jugendämtern im Tatzeitraum wurde scharf kritisiert.