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Frühere Impfung für Grundschullehrer und Erzieher vereinbart | BR24

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Lehrkräfte und Erzieher fordern schon länger, dass sie früher geimpft werden als bislang geplant. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben dafür nun den Weg frei gemacht.

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Frühere Impfung für Grundschullehrer und Erzieher vereinbart

Nun ist offiziell, was sich schon länger angedeutet hat: Grundschullehrer und Erzieher sollen bei den Corona-Impfungen höher priorisiert werden. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister der Länder mit ihrem Bundeskollegen Spahn.

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Von
  • Margit Ehrlich
  • Vera Weidenbach

Angesichts der Öffnung von Kitas und Grundschulen werden Erzieher und Grundschullehrer früher gegen Corona geimpft als bislang vorgesehen. Sie sollen aus der Gruppe drei (erhöhte Priorität) in die Gruppe zwei (hohe Priorität) aufrücken. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einigten sich am Nachmittag ohne Gegenstimmen darauf, die Corona-Impfverordnung entsprechend zu ändern, wie der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mitteilte. Er ist derzeit der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe zugesichert, dass er die Verordnung rasch anpassen werde. "Ich denke, das wird im Laufe der Woche noch passieren", sagte Holetschek dem BR. "Und die Impfung hängt natürlich dann auch davon ab, wie viel Impfstoff zur Verfügung steht."

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Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas sollen früher geimpft werden. Das sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek der Rundschau.

Impfungen schon im März möglich

Nach rund zweimonatiger Schließung und Notbetreuung öffneten heute in weiteren zehn Bundesländern wieder Kindertagesstätten und Grundschulen - auch in Bayern. Erzieher und Grundschullehrer sind dabei einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Denn bei jüngeren Kindern lassen sich Abstand, Hygiene und Masken-Tragen schwieriger umsetzten als bei älteren Schülern.

Holetschek betonte: "Wir müssen Berufsgruppen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko schützen. Dazu gehören Erzieher und Beschäftigte an Grund- und Förderschulen, denn klar ist: Auch Kinder können sich mit Corona infizieren und andere Menschen anstecken."

Nach der bisherigen Impfverordnung befinden sich Erzieher und Grundschullehrer in der Prioritätengruppe drei und könnten damit frühestens ab April mit einer Impfung rechnen. Nach einer entsprechenden Änderung der Regelung, könnten Erzieher und Lehrer schon Anfang März in die Impfzentren kommen.

Politik kann von Empfehlungen der Impfkommission abweichen

Für die Ständige Impfkommission (Stiko) ist für die Reihenfolge nicht ausschlaggebend, wer einer besonderen Infektionsgefahr ausgesetzt ist - sondern wer ein erhöhtes Risiko hat, schwer an Corona zu erkranken oder zu sterben. Das hängt insbesondere vom Alter, in zweiter Linie auch von Vorerkrankungen ab.

Deshalb hatte die Stiko ihre Impfempfehlung wegen der Erzieher und Grundschullehrer nicht geändert. Stiko-Chef Thomas Mertens wies aber ausdrücklich darauf hin, dass die Politik von der Vorgabe der Experten abweichen kann.

Auch der CSU-Gesundheitspolitiker Georg Nüßlein sagte, er halte es weiterhin für richtig, erst einmal die empfindlichsten Gruppen zu schützen. Er plädierte im Morgenmagazin dafür, abzuwarten, bis genug Impfstoff zur Verfügung steht: "Letztendlich hat der Ethikrat, hat die ständige Impfkommission uns da eine Wegmarke gegeben, die halten wir jetzt mal ein, bis der Impfstoff so weit ausreicht, dass wir auch Erzieherinnen und Erzieher und Lehrer impfen können."

Giffey für Einsatz mobiler Impfteams

Bundesfamilienministern Franziska Giffey (SPD) plädierte am Morgen dafür, mobile Impfteams für Lehrer und Erzieher in Kitas und Schulen zu schicken. "Dadurch könnte das Ganze viel effizienter (...) laufen, viel schneller gehen und das muss jetzt die oberste Priorität haben", sagte die Ministerin im ZDF-"Morgenmagazin".

Derzeit gebe es noch keine ausreichenden Impfmengen, um solche Teams einzusetzen. Bis das der Fall sei, "muss das Testen als Brücke zur Impfung genutzt werden", betonte Giffey. Sie empfahl Beschäftigten an Schulen und Kitas, sich zwei Mal pro Woche einem Schnelltest zu unterziehen. Aktuell sei die Strategie bei den Öffnungen ein "Mix aus eben den Hygieneregeln, plus einem vermehrten Testen, plus Impfen, sobald es geht".

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Das Kita-Personal sei erleichtert über die geplante Änderung der Impfpriorisierung. Das sagte die Erzieherin und Vertrauensfrau der Gewerkschaft Verdi, Eva-Maria Reithinger, der Rundschau.

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