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Minijobber sind die Verlierer der Corona-Krise

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    Minijobber sind große Verlierer in der Corona-Krise

    Die wirtschaftlichen Folgen von Corona spüren viele Menschen. Nahezu jedes dritte Unternehmen hat mittlerweile Kurzarbeit eingeführt. Besonders hart trifft es geringfügig Beschäftigte und Minijobber. Für sie gibt es kein Kurzarbeitergeld.

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    Von
    • Mathias Flasskamp

    Die letzten Schneereste vor dem neobarocken Bamberger Haus im Münchner Luitpoldpark zerlaufen zu großen dunklen Pfützen. Von übereinandergestellten Tischen tropft das Wasser. Der Biergarten ist mit rotweißem Flatterband abgesperrt. Die triste Stimmung setzt sich im Inneren des Gebäudes fort. Seit vier Monaten war hier kein Gast mehr.

    Von 40 Minijobbern sind 35 gegangen

    Die meisten Angestellten sind in Kurzarbeit. Ein Großteil der Minijobber hat sich etwas Anderes gesucht. Nur eine Handvoll ist noch übrig. Zum Beispiel Sascha Meyer. Er liebt seinen Job als Aushilfskellner. Aber auch er mache sich Sorgen, meint der 32-Jährige, weil die Beschäftigungslage so unsicher geworden sei:

    "Es ist halt echt blöd, weil man nicht weiß, wann wieder was reinkommt und die Mieten in München sind ja auch nicht gerade günstig. Man sitzt jetzt eigentlich hauptsächlich daheim - das ist nicht schön." Sascha Meyer

    Mindestens genauso bitter ist die Situation für seinen Chef, Matthias Rösch. Er betreibt zwei Restaurants und eine Eventagentur. Von seinen 40 Minijobbern haben sich mittlerweile 35 verabschiedet. Die letzten versuche er mit allen Mitteln zu halten, sagt der Gastronom. Er lasse immer wieder das Restaurant putzen, einfach nur, damit die Minijobber noch etwas zu tun haben. Und vor allem: nicht woanders hingehen, denn viele sind dringend auf die 450 Euro zusätzlich im Monat angewiesen.

    Kein Kurzarbeitergeld für Minijobber

    Kurzarbeitergeld gibt es für geringfügig Beschäftigte nicht. Die Minijobber sind große Verlierer der Corona-Krise. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gab es in Deutschland Ende vergangenen Jahres 7.059.000 geringfügig Beschäftigte. Über eine halbe Million weniger als im Jahr davor. Auch Sascha Meyer hat schon mal mit dem Gedanken gespielt, besser in einem Supermarkt zu jobben. Aber seine Liebe zur Gastronomie hat gesiegt, auch wenn er momentan nur im Keller Bierfässer aufeinanderstapelt. Was ihm und seinen Kollegen fehlt, ist eine Perspektive. Er wünsche sich einen Fahrplan von der Politik, sagt der Aushilfskellner.

    Der Wunsch nach einer Perspektive

    Sein Chef Matthias Rösch blickt allerdings mit Skepsis auf die kommenden Monate. Wenn es wieder losgehe, seien die vielen benötigten Aushilfen vielleicht gar nicht mehr verfügbar, fürchtet der Gastronom:

    "Der Politik ist nicht bewusst, wie wichtig die Minijobber für die Hotel- und Gastronomiebranche sind. Ohne die funktioniert gar nichts und dementsprechend müsste man für die auch ein Kurzarbeitergeld einführen." Matthias Rösch

    Alle zusammen wünschen sich aber, dass ihnen demnächst eine Öffnungs-Perspektive geboten wird. Das Ostergeschäft wäre wichtig für die Branche, da sind sich alle einig – egal ob Big Boss oder Minijobber.

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