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Militärparade in Belarus: Dicht gedrängt und ohne Mundschutz | BR24

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Belarus - Weissrussland: Parade trotz Corona

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Militärparade in Belarus: Dicht gedrängt und ohne Mundschutz

Trotz Warnungen vor Infektionsgefahr mit dem Coronavirus hat Belarus den 75. Jahrestag des Siegs über das nationalsozialistische Deutschland gefeiert. Tausende Soldaten zogen durch Minsk. Kritik kam von der WHO und Russland.

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Belarus hat heute mit einer riesigen Militärparade den 75.Jahrestag des Siegs über das nationalsozialistische Deutschland gefeiert. Tausende Soldaten marschierten in der Hauptstadt Minsk dicht an dicht durch das Zentrum. Auch der berühmte sowjetische Weltkriegspanzer T-34 fuhr durch die Stadt - neben anderem schweren Kriegsgerät, darunter moderne Raketen. Am Himmel flogen Hubschrauber und Kampfflugzeuge.

Feier zum 9. Mai in Belarus

Wie Russland gedenkt auch die ehemalige Sowjetrepublik Belarus am 9. Mai des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa. Während der russische Präsident Wladimir Putin die geplante Parade wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben hatte, beharrte Belarus' autoritärer Präsident Alexander Lukaschenko auf die Feierlichkeiten. "Der Feiertag ist uns heilig", sagte er bei der Parade.

"Wir können nicht anders"

Russland hatte die Parade in Minsk zuvor als unvernünftig in diesen Zeiten kritisiert. Auch der Vertreter der WHO, Batyr Berdyklychew, hatte gewarnt, dass Veranstaltungen wie die Militärparade die Verbreitung des Virus fördern könnten.

Den Kritikern hielt Lukaschenko heute entgegen: "Wir können nicht anders." Belarus sei es den Opfern des Zweiten Weltkrieges schuldig. "Sie alle wollten leben, aber starben, damit wir leben", sagte Lukaschenko. Auf einer festlich geschmückten Tribüne saßen die mit Weltkriegsorden dekorierten Veteranen und ihre Angehörigen. Die wenigsten trugen Mund- und Nasenschutz gegen das auch in Belarus grassierende Coronavirus. Bei den Soldaten war keinerlei Virenschutz zu sehen.

Tausende Zuschauer, darunter Kinder und ältere Menschen, verfolgten bei sonnigem Wetter und Orchestermusik die Parade vom Straßenrand aus. Den ganzen Tag waren in dem Land festliche Massenveranstaltungen geplant - trotz Warnungen vor einer Ausbreitung des Virus.

Kaum Einschränkungen

Insgesamt geht das Leben in dem Land im Grunde weiter wie gewohnt. Lukaschenko hatte die Einschränkungen in anderen Ländern immer wieder als Panikmache bezeichnet. Sein Land komme gut zurecht mit der Versorgung von Kranken. Kritiker im eigenen Land sehen das anders. Ärzte berichten von kritischen Situationen in einigen Krankenhäusern. Laut WHO gibt es in Belarus 20.168 bestätigte Fälle und 116 Todesfälle. Doch an den offiziellen Zahlen zur Pandemie gibt es Zweifel.

WHO-Vertreter Berdyklychew sagte: "Wegen fehlender adäquater Maßnahmen zur körperlichen Distanz ist es schwer zu sagen, wann Belarus den Höhepunkt der Epidemie erreicht."

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