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Milder Winter: Heizen mit Gas kostet rund 100 Euro weniger | BR24

© MEV/independent light

Symbolbild: Gaszähler

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    Milder Winter: Heizen mit Gas kostet rund 100 Euro weniger

    Die vergleichsweise milden Temperaturen der vergangenen Monate haben das Heizen mit Gas günstiger gemacht. Wie der Energiekonzern Eon berechnet, kann eine Familie dadurch bis zu 100 Euro sparen.

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    Von
    • Wolfgang Zehentmeier

    Etwa jede zweite Wohnung in Deutschland wird mit Gas beheizt. Durch den milden Winter sanken die Kosten für das Heizen mit Gas. Nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon können Haushalte in dieser Heizperiode bis zu 100 Euro sparen.

    Im Süden etwas weniger Einsparungen als im Norden Deutschlands

    Die Einsparungen fallen allerdings regional unterschiedlich aus. Weil die Temperaturen in Süddeutschland niedriger waren, ist der Einspareffekt hier auch etwas geringer: Etwa 80 Euro im Durschnitt muss laut den Berechnungen eine Familie hier weniger für das Heizen mit Gas bezahlen. In Norddeutschland dagegen sind es bis zu 100 Euro.

    Winter 1,9 Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangen 10 Jahre

    Vom Beginn der Heizperiode im Oktober bis Ende Februar war es in Deutschland Eon zufolge insgesamt 1,9 Grad wärmer als im Mittel der vergangenen zehn Jahre.

    Februar besonders warm

    Besonders warm sei es im Februar gewesen, da die Temperatur knapp vier Grad über dem Durchschnitt gelegen habe. Der Winter 2019/2020 war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

    Verbraucherschützer: Niedrigere Gaspreise werden nicht weitergegeben

    Verbraucherschützer kritisieren, dass die Gasversorger ihre gesunkenen Einkaufspreise bislang nicht an die Kunden weitergeben hätten. "Seit Herbst 2018 sinken die Beschaffungspreise für Gas", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Udo Sieverding. Bei den Haushalten komme das aber nicht an.

    Einige Grundversorger erhöhen Preise trotz gesunkener Einkaufspreise

    Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale bei 20 Gas-Grundversorgern in NRW habe ergeben, dass sieben von ihnen die Preise im vergangenen halben Jahr sogar erhöht hätten, sagte Sieverding. Diesen Erhöhungen stünden keine Anstiege der Netzentgelte in vergleichbarem Umfang gegenüber.

    Versorger schrauben Gewinne hoch

    Die Versorger würden "ganz offensichtlich ihre Gewinne hochschrauben". Es sei "höchste Zeit für Gaskunden, über einen Anbieterwechsel nachzudenken", so Sieverding.

    Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt das Online-Vergleichsportal Check24. "Die Gas-Grundversoger zeigen nur eine sehr zögerliche Bereitschaft zu Preissenkungen", sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. Auf die niedrigen Großhandelspreise hätten bisher nur die alternativen Gasanbieter ernsthaft reagiert und ihre Preise gesenkt.

    Rund ein Viertel der Haushalte sind Kunden bei Grundversorgern

    Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben rund ein Viertel der Haushalte in Deutschland einen Vertrag in der Gas-Grundversorgung. Bei diesen Verträgen fallen die höchsten Preise an.

    Preissenkungen möglich

    Nach Beobachtungen von Check24 halten sich Preiserhöhungen und Preissenkungen bei den Grundversorgern aktuell die Waage. Seit Januar hätten 50 Versorger ihre Preise erhöht, im Schnitt um 5,5 Prozent, 47 Anbieter hätten ihre Tarife im Schnitt um 4,7 Prozent gesenkt. Weitere Preissenkungen seien möglich, "da die Versorger in der Regel auf gesunkene Großhandelspreise verzögert reagieren", sagt Schmid.

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