BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / dpa Themendienst | Monique Wüstenhagen
Bildrechte: picture alliance / dpa Themendienst | Monique Wüstenhagen

Greenpeace weist Mikroplastik in zahlreichen Kosmetika nach

3
Per Mail sharen

    Greenpeace weist Mikroplastik in zahlreichen Kosmetika nach

    Der Versuch der Bundesregierung, zusammen mit der Industrie Plastik aus Kosmetika zu verbannen, ist gescheitert. 502 von 664 Produkten elf beliebter Marken enthalten weiterhin Kunststoffe. Das ist das Ergebnis eines neuen Greenpeace-Reports.

    3
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Die bisher freiwilligen Maßnahmen von Herstellern zum Verzicht auf Plastik in Kosmetika reichen aus Sicht von Greenpeace nicht aus. So ermittelte die Organisation in 502 von 664 Produkten elf bekannter Kosmetikmarken Kunststoffe, wie sie im Report "Zum Abschminken - Plastik in Kosmetik" vom Montag berichtet.

    76 Prozent der Kosmetikprodukte enthalten Kunststoffe

    Greenpeace habe zunächst die auf den Websites der Unternehmen veröffentlichten Inhaltsstoffe-Listen auf 530 Polymere hin überprüft. Dabei sei festgestellt worden, dass in 76 Prozent der Produkte Kunststoffe enthalten seien. In etwa einem Viertel der Produkte handele es sich um Mikroplastik, im Rest um Plastik in flüssiger, halbfester oder löslicher Form. In einem zweiten Schritt seien dann elf ausgewählte Produkte im Labor genauer analysiert worden.

    Höchste Konzentration in Augen-Make-up, Lipgloss und Lippenstiften

    "Die Ergebnisse zeigen, dass Plastik-Inhaltsstoffe ausgerechnet in den Produkten, die mit sensiblen Körperteilen wie Augen und Lippen in Kontakt kommen, häufig enthalten sind und so von Verbrauchern eingeatmet oder verschluckt werden können", heißt es in dem Bericht. Die höchsten Konzentrationen an Kunststoffen enthielten Augen-Make-up, Lipgloss und Lippenstifte.

    Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel IKW verweist dagegen im Internet auf mehrere behördliche Untersuchungen, nach denen eine Gesundheitsgefahr durch Mikroplastik nicht belegt sei.

    Greenpeace: Freiwilliger Verzicht auf Mikroplastik gescheitert

    Für Greenpeace ist der Versuch der Bundesregierung gescheitert, zusammen mit der Industrie auf freiwilliger Basis Plastik aus Kosmetika zu verbannen. "Sieben Jahre Dialog sind vorbei und die ungeschminkte Wahrheit ist jedoch, dass wir uns weiterhin regelmäßig Plastik ins Gesicht schmieren. Sei es in Form von Make-up, Puder oder Lippenstift", sagte die Greenpeace-Expertin für Konsum und Chemie, Viola Wohlgemuth.

    Greenpeace fordert Verbot von Kunststoffen in Kosmetika

    Greenpeace forderte von der Bundesregierung ein Verbot von Kunststoffen in Kosmetika. "Umweltministerin Svenja Schulze von der SPD muss ein klares Verbot von Plastik jeder Konsistenz in Kosmetik vorantreiben - auf deutscher und EU-Ebene", sagte Wohlgemuth. Dort werde derzeit nur ein Verbot von festem Mikroplastik in Kosmetikprodukten verhandelt.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!