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Eingang zum Flughafen Saint Petersburg, Werbeschilder der Mietwagenfirmen,

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    Mobil im Urlaub: Was bei Mietfahrzeugen zu beachten ist

    Ein Mietwagen vor Ort ist oft die beste Möglichkeit, sein Urlaubsland auf eigene Faust zu erkunden. Dabei gilt es, einiges zu beachten: von A wie Auswahl des Fahrzeugs bis Z wie Zustand des Fahrzeugs. Ein Überblick.

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    Von
    • Jörn Sawatzki

    Wer in den Urlaub fliegt und das Land auf eigene Faust erkunden will, ist dabei auf die Verkehrsmittel vor Ort angewiesen oder er mietet sich ein Auto. Dass diese Möglichkeit nicht nur komfortabel ist, sondern auch sehr beliebt, belegen die Zahlen: Fast jeder zweite Deutsche hat in den letzten zehn Jahren mindestens ein Mal einen Mietwagen im Ausland genommen, jeder Dritte sogar öfter.

    Reisende, die sich in ihrem nächsten Urlaub einen Mietwagen nehmen möchten, sollten noch von zu Hause aus buchen, so eine Empfehlung des ADAC. Denn bei der Automiete im Ausland gilt für den Mietvertrag und bei eventuellen Streitigkeiten ausländisches Recht - auch dann, wenn über das Internet gebucht wird. Sollte es am Urlaubsort Probleme geben, haben Automieter zudem einen Ansprechpartner in Deutschland. Und Probleme kann es geben, wenn man den Vertrag nicht gründlich durchliest. Gerade was die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Mietbedingungen) angeht. Fragen zum Kleingedruckten können noch zu Hause geklärt werden. Zustande kommt der Vertrag nämlich erst dann, wenn er am Schalter der Autovermietung unterschrieben ist, egal ob davor online oder über ein Reisebüro gebucht wurde.

    Die richtige Versicherung

    Einer der wichtigsten Punkte bei der Automiete ist die Versicherung. Der ADAC empfiehlt eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung, andernfalls sollte man die Höhe des Selbstbehalts im Blick haben. Der Umfang des Versicherungsschutzes sollte im Mietvertrag festgehalten sein. Oft sind Schäden an Reifen, Felgen, Unterboden oder durch Steinschlag ausgenommen. Eine Diebstahlversicherung lohnt sich dann, wenn sie nicht in der Vollkasko enthalten ist. Einige Mietwagen-Vermittler erstatten bei einem Schaden die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung - das ist der sogenannte Tarif mit Rückerstattung.

    Ein weiterer Vorteil, schon von zu Hause aus ein Mietauto zu buchen, ist der Faktor Zeit, den man braucht, um einen optimalen Preis- und Leistungsvergleich anzustellen. Das ist wichtig, denn sobald das Fahrzeug reserviert ist, kann der Vertrag nicht mehr kostenlos rückgängig gemacht werden. Hier gibt es auch bei der Online-Buchung kein Widerrufsrecht.

    Und Zeit braucht man auch bei der Wahl seinen Mietautos, weiß Richard Goebelt, Leiter des Geschäftsbereichs Fahrzeug und Mobilität vom Verband der TÜV e. V. (VdTÜV):

    "Eine Fahrt mit einem gemieteten Wagen ist immer eine Fahrt ins Blaue. Denn egal, ob Autofahrer bereits häufiger oder zum ersten Mal einen Mietwagen nutzen, mit dem gemieteten Auto sind die Fahrer nicht vertraut." Richard Goebelt, VdTÜV

    Flitzer oder SUV? Das passende Mietauto finden

    Die sichere Fahrt fängt bereits bei der Auswahl eines Mietwagens an, denn trotz der Urlaubseuphorie kann sich ein Mietwagen ungewohnt anfühlen. Für die Urlaubsreise sollten Fahrer einen Mietwagen wählen, der dem eigenen Wagen zuhause ähnlich ist, empfiehlt Goebelt. "Rückwärts einparken kann zum Beispiel mit einem SUV eine Herausforderung sein, wenn es seit Jahren lediglich mit einem Smart gemacht wurde." Des Weiteren gibt der Fachmann vom Verband des TÜVs zu denken, dass es gefährlich sein kann, im dichten Verkehr, in einer fremden Stadt blind nach dem richtigen Knopf und Hebel für Scheinwerfer, Fensterheber und Lüftung zu suchen.

    Deswegen gilt: Alle Komforteinstellungen wie die Sitzhöhe, die Ausrichtung des Spiegels und die Regulierung der Klimaanlage, sollten direkt vom Fahrer angepasst werden. Ein Test aller Bedieninstrumente gehört ebenso zum Kennenlernen dazu wie eine kurze Probefahrt mit Bremstest. Die Probefahrt kann auch dabei helfen, Fahrerassistenzsysteme zu überprüfen: Ist die Rückkamera verdreckt? Welcher Ton erklingt, wenn der seitliche Abstand zu gering ist? Und welche Assistenzsysteme gibt es überhaupt? Ganz wichtig: Ablenkungen während der Fahrt müssen vermieden werden. Ein Blick auf die Landkarte oder den ersten Streckenabschnitt im GPS kann - vor Fahrtbeginn - für Autofahrer nützlich sein.

    Schauen, prüfen, Fotos machen - Mängel checken

    Hat man sich für das passende Fahrzeug entschieden, muss dieses noch gut gecheckt werden. So gilt es zu kontrollieren, ob das Fahrzeug in einem technisch und auch optisch guten Zustand ist: Sind die Reifen abgefahren oder hat das Auto irgendwelche Kratzer? Wichtiger als die Suche nach Dellen und Kratzern ist die Inspektion der Reifen, der Fahrzeugflüssigkeiten und des Motors. Gibt es offensichtliche Mängel, sollten diese schriftlich festgehalten und vom Vermieter bestätigt werden. Eine zusätzliche Absicherung bieten Fotos vom Zustand des Autos.

    Wer haftet bei Unfall und Schäden?

    Wer mit seinem Mietauto einen Unfall hat, sollte dringend immer die Polizei und die Mietwagenstation benachrichtigen. Ist der Mieter schuld, zahlt die Kfz-Haftpflicht die Schäden am Auto des Gegners. Für den Schaden am Mietwagen zahlt die Vollkaskoversicherung, wenn eine solche abgeschlossen wurde. Der Mieter zahlt dann bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung. Wichtig: Nur die im Mietvertrag angegebenen Personen dürfen das Fahrzeug steuern, fahren andere, erlischt der Versicherungsschutz. Das Gleiche gilt beispielsweise für geografische Einschränkungen in den Mietbedingungen, das Fahren auf unbefestigten Straßen oder das Überqueren von Staatsgrenzen.

    Der Mieter haftet bei der Anmietung in Deutschland nur für Schäden, die er selbst verschuldet hat. So verweist der ADAC darauf, dass der Vermieter dieses Verschulden nachweisen muss. Kann die Verursachung eines Schadens nicht geklärt werden, muss der Mieter für den Schaden nicht geradestehen. Das Gleiche gilt für Steinschlag- und Wildschäden. Klauseln im Übergabeprotokoll, wonach fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind nach deutschem Recht unzulässig.

    Mietauto-Preise: Viel kostet viel

    Die Preise für das Mieten von Fahrzeugen können extrem variieren. Deshalb ist ein genauer Preischeck, am besten schon von zu Hause aus, sehr hilfreich. Zu beachten sind dabei auch die Extrakosten, die anfallen. Denn Extras wie die Rückgabe des Leihwagens an einem anderen Ort, Tankservice - statt dem üblichen "voll gegen voll", Sonderausstattungen wie Navigationssysteme oder Hotel-Bringservice lassen sich Autovermieter in der Regel teuer bezahlen. Auch für die Aufnahme weiterer Fahrer in den Mietvertrag - besonders wenn sie unter 25 Jahre alt sind oder noch nicht lange ihren Führerschein haben - können hohe Extra-Kosten entstehen. Wenn das Auto zu spät oder zu früh zurückgeben wird, drohen Nachzahlungen.

    Zum Schluss erfolgt die Bezahlung üblicherweise mit Kreditkarte oder EC-Karte. Die Kreditkarte dient dabei als Sicherheit für den Vermieter. Der Inhaber der Kreditkarte wird in der Regel als Hauptfahrer im Mietvertrag eingetragen.

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