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Trend 2019: Plastik- und Klimafasten | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Dieses Jahr rufen die Kirche und der BUND zum Klima- und Plastikfasten auf.

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    Trend 2019: Plastik- und Klimafasten

    Schokolade, Fleisch oder Alkohol - ab heute wird wieder verzichtet. Die 40-tägige Fastenzeit beginnt. Es geht längst nicht mehr nur um Lebensmittel- und Genussmittel. Der neue Trend: Klima- und Plastikfasten.

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    Von Aschermittwoch bis Ostern wird gefastet, so die Tradition im Christentum. Doch nur auf Lebensmittel zu verzichten, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Die Kirchen gehen nun einen Schritt weiter. Das Handeln im Alltag soll überdacht und die Umwelt aktiv geschützt werden. Mit anderen Worten: "Klimafasten." Elf evangelische Landeskirchen und drei katholische Bistümer rufen zu der Aktion auf.

    "Klima- und Plastikfasten" - so funktioniert's

    Kniffel statt Playstation, Stoffbeutel statt Plastiktüte, zu Fuß gehen statt Autofahren - jede Fastenwoche hat einen eigenen Schwerpunkt, gemäß dem biblischen Leitwort "So viel du brauchst".

    Die Fastenzeit vor Ostern sei eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, "wo wir mit unserem Verhalten und unserem Konsum andere Menschen und das Leben auf dieser Erde schädigen", so der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh.

    Das "Klimafasten" soll dazu anregen, klimafreundliche Alternativen im Alltag auszuprobieren. Tipps und Ideen gibt es auf einer eigenen Internetseite.

    Bei Twitter hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) außerdem zur "Challenge #Plastikfasten" aufgerufen.

    In Deutschland werden laut der Organisation jährlich rund 14 Millionen Tonnen Plastik verbraucht. Damit liege die Bundesrepublik europaweit neben Estland, Luxemburg und Irland an der Spitze der Länder, die am meisten Plastikmüll produzieren.

    Mit der Aktion "#plastikfasten" möchte der BUND nach eigenen Angaben Verbraucher auf die Problematik aufmerksam machen und zeigen, wie Plastikprodukte ersetzt werden können. Unter dem Hashtag sollen sich die Teilnehmer der Aktion in sozialen Medien über ihre Erfahrungen austauschen und gegenseitig Tipps geben.

    BUND-Abfallexperte Rolf Buschmann empfiehlt, beim Plastikfasten genau hinzuschauen: Wenn Verbraucher eine Einkaufsliste schreiben und entsprechend Baumwollbeutel und Obstsäckchen einpacken, spare das ebenfalls Plastikmüll in Form von Plastiktüten ein. Hilfreich seien zudem Mehrwegprodukte.

    Langfristig sei es Ziel des BUND, möglichst viele Menschen von einem plastikfreien beziehungsweise plastikarmen Leben zu überzeugen. "Eine siebenwöchige Probezeit kann dafür ein guter Einstieg sein", sagte Buschmann.

    "Verschwendungsfasten": Reduzieren statt wegwerfen

    Eine weitere Art, zu verzichten, bietet auch das "Verschwendungsfasten". Im Handel werden 90 Prozent der unverkauften Ware weggeworfen, prangern die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Initiative "foodsharing" an.

    Zum Start der Fastenzeit fordern die beiden Vereine einen gesetzlichen Wegwerfstopp für Supermärkte sowie eine Überarbeitung der von Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) kürzlich vorgestellten Strategie zur Lebensmittelverschwendung.

    DUH und "foodsharing" kritisieren, dass die Ministerin in ihrem Strategiepapier ausschließlich auf freiwillige Maßnahmen der Unternehmen setzt. So werde das Ziel, bis 2030 50 Prozent weniger Lebensmittel zu verschwenden, nicht erreicht.

    An der Petition haben bereits 47.000 Menschen teilgenommen. Sie alle möchten in der Fastenzeit den Essensmüll drastisch reduzieren. Unterstützt werden die Fastenden von Schauspielerin Marion Kracht, Grünen-Politikerin Renate Künast und weiteren Prominenten.

    Die ehemalige Boxweltmeisterin Tina Schüssler sagt dazu: "Es kann nicht sein, dass wir all das gute Essen wegschmeißen, während andere Menschen sich viele Nahrungsmittel nicht leisten können oder an Hunger leiden."