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Meuthen als AfD-Chef wiedergewählt | BR24

© pa/dpa

Jörg Meuthen, AfD

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    Meuthen als AfD-Chef wiedergewählt

    Die AfD hat Jörg Meuthen als einen ihrer beiden Bundesvorsitzenden im Amt bestätigt. Der 58-Jährige setzte sich beim Bundesparteitag in Braunschweig gegen die Mitbewerber Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon mit klarem Vorsprung durch.

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    AfD-Chef Jörg Meuthen ist in seinem Amt bestätigt worden. Bei der Wahl der neuen Parteispitze auf dem Parteitag in Braunschweig konnte sich der Wirtschaftswissenschaftler am Samstag gegen mehrere Konkurrenten durchsetzen.

    Von den 560 Delegierten votierten 404 Anwesende für den 58-jährigen Meuthen, das entspricht knapp 70 Prozent der Stimmen. Meuthen führt die Bundespartei seit 2015 und folgte damals Bernd Lucke in dem Amt. Im Wahlgang um den ersten Sitz der gleichberechtigten Doppelspitze standen neben Meuthen die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon zur Wahl. Auf Höchst entfielen 145 Stimmen, Gedeon konnte nur 22 Delegierte von sich überzeugen.

    Jörg Meuthen sprach in seiner Bewerbungsrede von der Aufgabe, die AfD in den kommenden zwei Jahren zur Regierungsfähigkeit zu bringen. "Wir müssen bereit sein, Deutschland braucht uns", rief der EU-Abgeordnete den Delegierten zu. Dazu brauche es eine ruhige Hand, starke Nerven und eine Mischung aus Gelassenheit und Entschlossenheit. "All das bringe ich mit", warb Meuthen für sich. Der wiedergewählte Bundessprecher stellte klar, dass er weiter an der Unvereinbarkeitsliste festhalten werde.

    AfD-Delegierte drehen Gedeon den Rücken zu

    Gegen Gedeon läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren, die baden-württembergische Fraktion hat den Landtagsabgeordneten wegen antisemitischer Bemerkungen aus ihren Reihen ausgeschlossen. Als Gedeon zu sprechen begann, drehte ihm eine Reihe von Delegierten den Rücken zu uns und zeigte mit der roten Abstimmungskarte, was sie vom AfD-Politiker hält.

    Gedeon erhob in seiner Rede schwere Vorwürfe gegen den Parteivorstand. Er warf Meuthen vor, Positionen der Linken zu übernehmen und die Partei zu "stasifizieren". "Der Kampf gegen rechts ist eine totalitäre Kampagne, um die Opposition zu vernichten. Diesen Kampf darf man nicht auch noch in der AfD führen", schimpfte Gedeon gegen den AfD-Vorstand. Einzelne AfD-Mitglieder fragten den Bewerber, ob er sich nicht schäme, für das Amt des Bundessprechers anzutreten; andere forderten ihn offen auf, die Partei zu verlassen.

    Protest am Rande des Parteitags

    Am Rande des Parteitags in Braunschweig kam es zu friedlichen Protesten. Das "Bündnis gegen rechts", ein Zusammenschluss von mehr als 160 Verbänden, Gewerkschaften und Initiativen, hatte zu einer Großdemonstration mit Kundgebung in der Innenstadt aufgerufen. Mehr als 20.000 Teilnehmer folgten nach Veranstalterangaben dem Ruf.

    Die Initiatoren warnten vor einem Rechtsruck in Deutschland und werfen der AfD vor, die Gesellschaft zu spalten, Gleichberechtigung zu bekämpfen und Hass und Hetze zu verbreiten. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort und hat den Zugang zum Veranstaltungsort, der Volkswagenhalle Braunschweig, abgeriegelt.