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Messner kritisiert "Pistenalpinismus" | BR24

© BR/Tabea Baur

Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner am Mount Everest

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    Messner kritisiert "Pistenalpinismus"

    Immer mehr ausgebaute Wege im Hochgebirge: Diesen Trend sieht der Extrembergsteiger Reinhold Messner mit Sorge. Aus seiner Sicht brechen allzu viele Menschen zu Expeditionen auf, die sie lieber lassen sollten - mangels Fitness und Erfahrung.

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    "Es gibt überall Pisten", sagt Reinhold Messner, die Bergsteiger-Legende, und meint damit nicht die Pisten für Skifahrer, sondern solche, die es Bergsteigern so einfach wie möglich machen sollen, an ihr Ziel, auf den Gipfel zu kommen.

    "Wir leben im Zeitalter des Pistenalpinismus"

    Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" beklagt er zum Beispiel die Entwicklung auf dem höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest: "Da bauen 200 Sherpas - das ist eine Masse an Leuten - in einem Monat eine Piste vom Basislager zum Gipfel."

    "Die ist ein paar Meter breit, links und rechts sind Seile, und es gibt keine Stelle, wo Sie nicht mit den Händen in den Hosentaschen hinauflaufen könnten." Reinhold Messner, Extrembergsteiger

    Koste es, was es wolle ...

    Seit Jahrzehnten kümmert sich Messner nicht nur um seine Bergsteiger-Karriere und deren Vermarktung, sondern auch um die Frage, wie man den Tourismus in den Bergen sanfter gestalten kann. Was ihm besonders missfällt, ist der Umstand, dass sich immer mehr Menschen Gipfelerlebnisse erkaufen wollen.

    "Mich hat mal ein sehr wohlhabender Amerikaner, Fluglinienbesitzer, gefragt, ob ich bereit bin, ihn auf den Everest zu bringen, mit welchen Mitteln auch immer. Am Ende hat er gesagt, wir reden nicht über ein Honorar, sondern über Anteile an meiner Fluglinie." Reinhold Messner

    Mit Kurz auf den Ortler? Nein, danke!

    Er habe das Angebot abgelehnt, sagt Messner. Was ebenso wenig verwundert wie der Korb, den er Sebastian Kurz gegeben hat. Der jetzige österreichische Bundeskanzler habe mit ihm auf den Ortler steigen wollen, erzählt der heute 74-Jährige, und zwar schon vor der Regierungsbildung mit der FPÖ von Heinz-Christian Strache.

    "Ich habe gesagt, ich traue dem zu, dass er mit dem Strache eine Koalition eingeht, und wer mit dem Strache regiert, bekommt von mir niemals ein Placet. Das ist meine Form der Politik."

    Fünf Jahre lang war Reinhold Messner im Europaparlament tätig, bis 2004. Dabei setzte er sich vor allem für den Schutz der Umwelt ein - und kämpfte gegen Nationalismus.