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Dresdner Messerattacke: Verdacht auf islamistischen Hintergrund | BR24

© ARD/Andreas Kalb

Nach der Festnahme eines syrischen Tatverdächtigen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu der Messerattacke auf zwei Touristen in Dresden übernommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat einen radikal-islamistischen Hintergrund hatte.

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Dresdner Messerattacke: Verdacht auf islamistischen Hintergrund

Nach der Festnahme eines syrischen Tatverdächtigen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu der Messerattacke auf zwei Touristen in Dresden übernommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat einen radikal-islamistischen Hintergrund hatte.

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Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden ist möglicherweise eine extremistische Tat gewesen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärte, parallel zu den Ermittlungesbehörden der Stadt, dass "das schreckliche Tötungsdelikt in Dresden" nach dem Stand der Ermittlungen einen islamistischen Hintergrund habe. Deshalb hat jetzt auch der Generalbundesanwalt in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen.

Der islamistische Terror sei eine andauernde große Bedrohung für die Gesellschaft, gegen die mit aller Konsequenz vorgegangen werden müssen, erklärte die SPD-Politikerin weiter. "Wir brauchen höchste Wachsamkeit und entschiedenes Vorgehen von Polizei, Sicherheitsbehörden und Justiz."

Mann aus Syrien unter Verdacht

Am Dienstagabend hatte die Polizei einen 20-jährigen Syrer festgenommen, der den Behörden als Straftäter schon länger bekannt ist. Der Polizei in Dresden zufolge ist er bei der Spurenauswertung ins Visier der Ermittler geraten. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen den Syrer inzwischen Haftbefehl wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen.

Seehofer warnt vor "Gefährlichkeit islamistischer Gewalt"

Bundesinnenminister Seehofer rief zu Wachsamkeit gegenüber Extremismus und Terrorismus auf. "Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, die neben dem Verlust heute erfahren mussten, dass die Morde vermutlich politisch motiviert waren. Die Tat führt uns erneut die Gefährlichkeit islamistischer Gewalt vor Augen."

Seehofer führte aus: "Egal welche Form von Extremismus und Terrorismus, es ist höchste Wachsamkeit angezeigt." Die Sicherheitsbehörden müssten ihre Arbeit optimal ausüben können und verdienten dafür "die vollste Unterstützung der Politik und alle dafür notwendigen Instrumente".

Sonderkommission "Schloßstraße" ermittelte den Fall

Am 4. Oktober war ein 55-Jähriger aus Krefeld in der Dresdner Altstadt angegriffen und schwer verletzt worden. Der Mann starb später im Krankenhaus. Sein 53 Jahre alter Begleiter aus Köln hatte die Attacke überlebt. Die Polizei hatte in Anlehnung an den Tatort unter dem Namen "Schloßstraße" eine Sonderkommission mit 29 Beamten eingerichtet.

20-jähriger bereits "erheblich vorbestraft"

Nach einem Bericht des "Spiegels" soll der Syrer Verbindungen ins islamistische Milieu haben. Der seit 2015 in Deutschland geduldete Mann ist nach Angaben der Behörden erheblich vorbestraft. So war er vom Oberlandesgericht Dresden im November 2018 unter anderem wegen Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Sichverschaffens einer Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Körperverletzung und Bedrohung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Diese Strafe wurde dann nach Angaben der Behörde 2019 vom Amtsgericht Leipzig in eine weitere Verurteilung wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung einbezogen. Diese Jugendstrafe musste der Beschuldigte vollständig absitzen. Erst am 29. September 2020 sei er aus der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen entlassen worden. Er habe unter Führungsaufsicht gestanden, hieß es.

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