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Messerangriff fordert drei Tote in Japan | BR24

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Japan hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten weltweit. Umso größer ist das Entsetzen über eine Messerattacke in einer Stadt südlich von Tokio.

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Messerangriff fordert drei Tote in Japan

Ein Mann hat in Japan zahlreiche Schulkinder und Pendler mit Messern angegriffen. Mindestens drei Menschen, darunter der mutmaßliche Angreifer, seien getötet worden, so die Stadtverwaltung. 16 weitere wurden demnach verletzt.

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Bei einer Messerattacke auf wehrlose Schulmädchen hat ein Mann in Japan drei Menschen getötet. 16 Menschen, die meisten davon Kinder, wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein Mann in den 50ern, hatte sich nach der Wahnsinnstat selbst in den Hals gestochen und starb später ebenfalls im Krankenhaus. Er hatte am Morgen (Ortszeit) an einer Bushaltestelle der Tokioter Nachbarstadt Kawasaki aus unbekanntem Grund mit zwei Messern auf die Kinder eingestochen, die auf ihren Schulbus warteten. Augenzeugenberichten zufolge soll der Mann dabei geschrien haben: „Ich werde Euch töten“.

Es ist nicht das erste Verbrechen dieser Art in Japan, doch das Blutbad schockiert die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt - zumal sie bislang den Ruf genießt, eines der sichersten Länder der Welt zu sein.

Drei Tode und viele Verletzte

Der Busfahrer bestätigte den Hergang, wie der Nachrichtensender NHK unter Berufung auf Polizeikreise meldete. Der Sender sprach zudem mit einem Augenzeugen, der schilderte, dass der Verdächtige auch versucht habe, mit Gewalt den Bus zu betreten. TV-Bilder zeigten, wie Sanitäter Menschen in einem orangefarbenen Zelt versorgten, das auf der Straße aufgeschlagen wurde. Beamte trugen Verletzte zu Krankenwagen. Masami Arai von der Stadtverwaltung von Kawasaki sagte später der Nachrichtenagentur AP, drei Opfer hätten schwere Verletzungen erlitten. Die anderen seien nicht lebensgefährlich verletzt worden. Die meisten Opfer besuchten eine Schule, die von einer Organisation katholischer Nonnen im kanadischen Québec finanziert wird.

Motiv des Täters ist unklar

Zwei Messer wurden am Tatort gefunden. Das Motiv des Angreifers war zunächst ebenso unklar wie seine Identität. Kawasaki liegt in der Präfektur Kanagawa etwa 20 Kilometer südlich des Zentrums der Hauptstadt Tokio.

US-Präsident Donald Trump, der an diesem Tag seinen Staatsbesuch in Japan beendete, drückte den Opfern der Attacke sein Beileid aus.

Nicht der erste Fall in Japan

Japan weist eine der niedrigsten Kriminalitätsraten auf der Welt auf, doch ist es dort schon zu einer Reihe aufsehenerregender Verbrechen gekommen. 2016 soll ein Ex-Angestellter eines Behindertenheims etwa 19 Bewohner getötet und 20 weitere verletzt haben. Acht Jahre zuvor kamen sieben Menschen um, als ein Mann einen Lastwagen im zentralen Tokioter Bezirk Akihabara in eine Menschenmenge lenkte und dann auf Passanten einstach. Im Jahr 2016 stach ein Mann in einer Bibliothek im Nordosten Japans auf vier Menschen ein - angeblich, weil ihm deren Reaktion auf seine Fragen nicht passte. Dabei kam niemand um.

© dpa/pa

Polizei am Tatort in Kawasaki City