BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Meryl Streep als alternde Rockröhre | BR24

© Concorde Filmverleih

Die 66-jährige Meryl Streep spielt die Rocksängerin Ricki

Per Mail sharen

    Meryl Streep als alternde Rockröhre

    Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") hat schon einige Musikfilme gedreht, z.B. über Neil Young oder die Talking Heads. Jetzt hat er die 66-Jährige Meryl Streep als rockende Mittfünfzigerin in Szene gesetzt. Von Moritz Holfelder

    Per Mail sharen

    Eines ist sicher: Dieser neue Film von Jonathan Demme ist keine herausragende Arbeit. Man sieht ein ironisch überdrehtes Lustspiel über eine in Unwürde alt gewordene Rockröhre. Und weil Meryl Streep diese tragikomische Musikerin mit Lederjacke und seitlichen Zöpfen spielt, wird bald klar: "Ricki", so der Titel, ist eben doch sehenswert. Wegen Streep!

    Meryl Streep macht aus jeder Rolle ein Ereignis - egal ob sie nun eine Psychotherapeutin, eine Tänzerin, eine Hexe oder Margaret Thatcher spielt. Sie eignet sich mit ungeheurer Leidenschaft und großem Perfektionismus, dabei scheinbar ohne große Anstrengung, tatsächlich jede Rolle an. Sie ist einfach großartig.

    Monatelang geübt

    Als in die Jahre gekommene Rocksängerin versucht sie in "Ricki", Versäumtes nachzuholen und zu ihren erwachsenen Kindern eine Beziehung aufzubauen. Das ist dramaturgisch vorhersehbar und nett anzuschauen. Die Sensation des Films ist eine andere: Regisseur Jonathan Demme lässt seine Hauptdarstellerin wirklich singen. Und zwar echt, nicht Playback, wie sonst üblich. 

    Meryl Streep glänzt musikalisch mit einem ziemlich rauen Gesang - und sie weiß ihn zu variieren: mal wild und leidenschaftlich, dann aber auch leise und inbrünstig. Die mehrfache Oscar-Preisträgerin übte monatelang, um mit der professionellen Band des Films mithalten zu können. Das ist ihr gelungen. So ist diese Tragikomödie vor allem hörenswert. Die Streep singt, als wäre sie tatsächlich diese "Ricki". Wunderbar!