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Merkel will Deutschland bis 2050 klimaneutral machen
© dpa-Bildfunk/Paul Zinken
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Merkel will Deutschland bis 2050 klimaneutral machen

Die Bundeskanzlerin will einen Weg finden, damit Deutschland bis 2050 klimaneutral wird. Sie schließt sich damit einer Initiative von neun EU-Staaten an. Diese hatten sich vergangene Woche beim EU-Gipfel im rumänischen Sibiu für ein klimaneutrales Europa bis 2050 stark gemacht. Beim Gipfel hatte Merkel sich noch bedeckt gehalten. Dafür war sie von Klimaschützern heftig kritisiert worden. Beim Klimadialog in Berlin vollzog sie jetzt die Wende:

"Die Diskussion soll nicht heißen, ob wir das erreichen können, sondern wie wir das erreichen." Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog in Berlin

Druck auf Bundesregierung wächst

Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 nimmt weltweit zu, Wissenschaftler in den USA haben nun sogar einen neuen Rekordwert registriert: Die Konzentration von CO2 in der Erdatmosphäre ist demnach die höchste seit Beginn ihrer Aufzeichnungen. Zuletzt seien die Werte vor drei Millionen Jahren so hoch gewesen.

Weltweit gehen mittlerweile Schüler auf die Straße, um die Politik zu mehr Tempo aufzufordern – das setzt auch die Bundesregierung unter Druck.

Macron hatte Merkel unter Zugzwang gebracht

Wie genau Deutschland bis 2050 klimaneutral werden kann, darüber soll nun das Klimakabinett diskutieren.

"Wenn wir da eine vernünftige Antwort finden, können wir uns der Initiative der neun EU-Mitgliedsstaaten anschließen.“ Angela Merkel beim Petersberger Klimadialog in Berlin

Eine Zusage müsse aber vom Klimakabinett untermauert sein.

💡 Was ist das Klimakabinett

Das Klimakabinett hat der Koalitionsausschuss im März 2019 beschlossen. Die Mitglieder sollen die rechtlich verbindliche Umsetzung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorbereiten und jetzt auch über die Klimaneutralität Deutschlands für 2050 diskutieren. Neben der Kanzlerin, den Chefs von CDU, CSU und SPD, Annegret Kramp-Karrenbauer, Markus Söder und Andrea Nahles sitzen darin auch Finanzminister Olaf Scholz, der Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus, CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und Kanzleramtsminister Helge Braun. (Erklärt von Ulrich Trebbin, BR24)

Vorbereitung auf UN-Klimakonferenz

Beim Petersberger Klimadialog in Berlin kommen Regierungsvertreter aus mehr als 30 Staaten zusammen. In informellen Gesprächsrunden diskutieren sie darüber, wie die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt werden können.

Bei dem Treffen sollen auch die Weichen für die nächste UN-Klimakonferenz im Dezember in Chile gestellt werden, bei der dann konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz beschlossen werden sollen.