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Merkel und AKK fliegen getrennt in die USA | BR24

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Ein Reiseziel, viele Flüge: Drei Maschinen der Flugbereitschaft wurden gebucht, um die Kanzlerin und drei Ressortchefs und -chefinnen in die USA zu bringen. Die Abflüge von Angela Merkel und Anngegret Kramp-Karrenbauer lagen nur Minuten auseinander.

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Merkel und AKK fliegen getrennt in die USA

Bundeskanzlerin Merkel und CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer machen sich auf den Weg in die USA - zur gleichen Zeit. Ihnen folgen in den nächsten Tagen drei weitere deutsche Minister. Dass sie getrennt fliegen, sorgt für Kritik und Spekulationen.

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Fünf Politiker des deutschen Kabinetts reisen zu Terminen in den USA - und fliegen getrennt in vier Maschinen. Wenige Tage nach der Verabschiedung des Klimapakets wird das besonders kritisiert. Immerhin gilt Fliegen als besonders klimaschädlich.

Zuvor war von mehreren Medien bereits angeprangert worden, dass Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer getrennt an die amerikanische Ostküste reisen. Die "Bild am Sonntag“ nannte es „Klima-Irrsin“ und bei "ntv" heißt es wörtlich: "Die Tinte unter dem Klimapaket ist noch nicht trocken, schon brechen Kanzlerin Merkel und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer zu einer wenig klimafreundlichen Auslandsreise auf."

Zwei unterschiedliche Reiseziele

Merkel reist zum UN-KIimagipfel nach New York. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer muss nach Washington, wo sie ihren US-Amtskollegen Mark Esper trifft.

Ursprünglich war allerdings geplant, dass AKK mit ihrer Delegation in der Kanzler-Maschine mitfliegt. Der Airbus A340 sollte erst in New York zwischenlanden und dann nach Washington weiterfliegen.

Die Bild-Zeitung kritisiert, dass beide Flieger alles andere als vollbesetzt seien und kurz nacheinander starten würden, zwischen den Abflugzeiten liege nur eine halbe Stunde. Noch am Freitag, als die Regierung ihr Klimapaket vorstellte, seien die Spitzenpolitiker "öffentlichkeitswirksam im Elektro-Minibus vorgefahren statt in C02-produzierenden Dienstwagen".

Mitflug von AKK nicht erwünscht?

Aus Regierungskreisen will die "Bild" erfahren haben, dass es Angela Merkel war, die nicht gemeinsam mit AKK unterwegs sein wollte. Das Kanzleramt habe dem Verteidigungsministerium signalisiert, dass ein Mitflug von Annegret Kramp-Karrenbauer nicht erwünscht sei und dass die Ministerin eigenständig anreisen solle.

Das Verteidigungsministerium wiederum erklärte laut "Bild": "Im Zuge der Planungen dieser Reise haben wir uns bemüht, den Einsatz der Flugzeuge zu optimieren."

CO2-Ausstoß wird erst nach den Flügen erfasst

Das Verteidigungsministerium verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Bundesregierung seit 2014 die Klimawirkungen der notwendigen Dienstreisen ihrer Beschäftigten ausgleiche. Dies gelte auch für militärische Flüge im Rahmen des Personentransports. Wie viel CO2 auf diesen Flügen verbraucht wird, würde jedoch erst danach erfasst.

Zudem erklärte eine Regierungssprecherin am Sonntag auf Anfrage, dass "unterschiedliche Delegationsreisen unabhängig geplant werden". Nach dpa-Informationen hatte es aus dem Kanzleramt die Auflage gegeben, die ohnehin kleine Delegation Kramp-Karrenbauers für den Antrittsbesuch in den USA deutlich zusammenzustreichen. Deshalb wurde noch einmal neu geplant.

Drei weitere deutsche Minister reisen in die USA

Ebenfalls auf dem Weg in die Vereinigten Staaten ist Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der am UN-Klimagipfel in New York teilnimmt. Auch Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) reist in die Ost-Küstenmetropole – allerdings mit einer Linienmaschine. Am Dienstag bringt die Flugbereitschaft dann Außenminister Heiko Maas (SPD) ebenfalls nach New York, weil dort bis kommenden Freitag die UN-Generalversammlung stattfindet.

"Klima spielt offenbar keine Rolle"

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, sagte dem "Spiegel“: "Der zusätzliche Flug ist nicht nur ökologisch unsinnig, sondern auch Steuergeldverschwendung.“ Als Teil ihres Klimaschutzpakets hatte die Bundesregierung vergangenen Freitag beschlossen, die Luftverkehrsteuer für Starts von deutschen Flughäfen zum 1. Januar 2020 anzuheben.