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Merkel in Davos: Klimaschutz "eine Frage des Überlebens" | BR24

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich beim Weltwirschaftsforum in Davos hinter die Klimaschutzaktivisten gestellt. Sie betonte wie wichtig internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz ist - das sei eine "Frage des Überlebens des Kontinents".

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Merkel in Davos: Klimaschutz "eine Frage des Überlebens"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich beim Weltwirschaftsforum in Davos hinter die Klimaschutzaktivisten gestellt. Sie betonte wie wichtig internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz ist - das sei eine "Frage des Überlebens des Kontinents".

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von der Weltgemeinschaft deutlich mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. "Die Fragen der Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens könnte eine Frage des Überlebens für den Kontinent sein", sagte Merkel. Deshalb steige auch der Handlungsdruck, die Ziele des Abkommens zu erreichen - die jetzigen Verpflichtungen der Staaten würden dafür nicht ausreichen.

Für Deutschland bedeute dies, so schnell wie möglich klimaneutral zu werden - Merkels Ziel dafür ist das Jahr 2050. Bis spätestens 2038, möglichst 2035, soll der Kohleausstieg erfolgt sein. Dies sei ein "gewaltiger Schritt", sagte die Bundeskanzlerin. Die Wirtschaft und Gesellschaft müsse dafür Umstellungen in gigantischem Ausmaß bewältigen.

Merkel: Umstellung der Stromerzeugung "riesiger Kraftakt"

Gerade die Energieerzeugung und -nutzung benötige ein Umdenken. Bisher werde in Deutschland 22 Prozent der erzeugten Energie für die Stromerzeugung benutzt, der Rest werde für Heizen, Mobilität und die industrielle Produktion verwendet. Wenn bis 2030 zwei Drittel der Energie durch Erneuerbare Energie erzeugt werden soll, erfordere dies auch neue logistische Strukturen, um den grünen Strom an die richtige Stelle zu bekommen. Eine solche Umstellung der Stromerzeugung sei ein "riesiger Kraftakt", so Merkel.

Davoser Rede: "Müssen Ungeduld der Jugend positiv aufnehmen"

Der Klimawandel sei auch der Grund für die gesellschaftlichen Spannungen. "Wir älteren müssen aufpassen, dass wir die Ungeduld der Jugend positiv und konstruktiv aufnehmen", so Merkel. Die Jugend habe einen ganz anderen Lebenshorizont, deswegen sei man zum Handeln aufgefordert. Man müsse außerdem mehr miteinander reden. Merkel sorgt sich um eine "Sprachlosigkeit" zwischen Menschen, die den Klimawandel leugneten und denjenigen, für die Klimaschutz höchste Dringlichkeit habe. "Wenn wir in einer Welt leben, in der die Sprachlosigkeit manchmal noch größer ist als im Kalten Krieg - dann haben wir ein Problem."

Mit ihren Forderungen einer stärkeren internationalen Kooperation stellt sich Merkel auch deutlich gegen die Politik der USA. Einzelne Länder dürften sich nicht zurückziehen, die Welt brauche keinen Protektionismus, betont sie. US-Präsident Donald Trump hatte in Davos zuvor seine "Amerika zuerst"-Politik gelobt und der EU erneut mit Sonderzöllen auf Auto-Exporte gedroht.

Deutsche EU-Präsidentschaft: Mehr Afrika und China

Im Hinblick auf die kommende deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 erklärte Merkel, man wolle ab September intensiv mit Afrika und China zusammenarbeiten. Dafür soll zum einen ein Gipfel mit den afrikanischen Staaten stattfinden: "Wir sind sehr froh, dass wir nicht mehr für, sondern mit Afrika etwas tun", sagt Merkel.

Das Miteinander mit den afrikanischen Staaten könne auch die europäischen Länder bereichern - schließlich sei das Durchschnittsalter dort wesentlich jünger als in Europa, die afrikanischen Gesellschaften dadurch deutlich zukunftsorientierter. Zum anderen plant Merkel den ersten EU-China-Gipfel mit allen 27 EU-Mitgliedsstaaten in Leipzig. Dort sollen die Themen Investitionsschutz-Abkommen, der gemeinsame Klimaschutz und die Beziehungen zu Drittstaaten behandelt werden.

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