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Merkel gibt Indien eine Milliarde für grüne Verkehrsmittel | BR24

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Kanzlerin Merkel sieht gute Chancen dafür, das Deutschland und Indien wirtschaftlich enger zusammenzuarbeiten. Merkel machte sich auch für ein neues Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU stark.

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Merkel gibt Indien eine Milliarde für grüne Verkehrsmittel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Indien eine Milliarde Euro für den Ausbau umweltfreundlicher Verkehrsmittel zugesagt. Das Geld soll innerhalb der nächsten fünf Jahre in grüne Mobilität fließen, um den starken Smog in den Städten zu reduzieren.

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Deutschland will in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Euro für grüne urbane Mobilität in Indien ausgeben. Mit dem Geld, das Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Indienbesuch zugesagt hat, sollen etwa im Bundesstaat Tamil Nadu 500 neue Elektrobusse Dieselfahrzeuge ablösen.

Außerdem versucht Indien, die Schadstoffbelastung mit bisher 1,5 Millionen E-Rikschas zu verringern - Tendenz steigend. Sie sollen Rikschas mit schadstoffintensiven Zweitaktmotoren ersetzen.

Solarberiebene U-Bahnstation

Bei ihrem Besuch in Neu Delhi besichtigte Merkel auch eine solarbetriebene Metrostation, um sich über Umwelt- und Energietechnik informieren. An der Station werden bereits mit Batterien betriebene E-Rikschas eingesetzt. Ein Teilstück der Metro wurde durch deutsche Entwicklungshilfe mitfinanziert und mit Solarstrom ausgerüstet. Die indische Betreiberfirma will die Station nach Angaben der Bundesregierung als erste weltweit vollständig auf Strom aus erneuerbaren Energien umstellen.

Bereits heute erzielt die Metro nach Angaben der Bundesregierung in erheblichem Umfang Strom aus einem Solarpark. Die Station bilde damit einen kleinen Baustein, um die indischen Klimaziele zu erreichen. Indien strebt trotz steigenden Energiebedarfs eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 30 Prozent bis 2030 an.

Schulen wegen Smog geschlossen

Die indische Hauptstadt Neu Delhi ist eine der Städte mit der schlimmsten Luftverschmutzung der Welt. Zurzeit ist der Smog in der 20-Millionen-Metropole so gefährlich, dass Ärzte empfehlen, Atemschutzmasken zu tragen. Fünf Millionen davon hat die indische Regierung inzwischen verteilt. Außerdem sind Schulen wegen des Smog geschlossen und ein zeitweiliger Baustopp wurde verhängt. Eine Messung der Luftqualität in der US-Botschaft ergab, dass die Zahl der Schmutzpartikel in der Luft neun Mal höher war als die WHO-Empfehlung.

Neuer Anlauf für Freihandelsabkommen mit Indien?

Zum Abschluss ihres Besuchs in Indien machte sich die Kanzlerin außerdem für einen neuen Anlauf für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land stark. 2007 begonnene Gespräche für ein solches Abkommen mit Indien waren 2012 von beiden Seiten unterbrochen worden - es gab zu viele Forderungen, die die jeweils andere Seite nicht erfüllen wollte.

Nach den Worten Merkels will die Bundesregierung auch die Einwanderung indischer Fachkräfte nach Deutschland vereinfachen.