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Merkel gegen raschen Exit: "Wir leben weiter in der Pandemie" | BR24

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Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt eine Lockerung der zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens vor dem 19. April aus. Die Kanzlerin verweist darauf, dass alle Maßnahmen bis zu diesem Tag angesetzt seien.

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Merkel gegen raschen Exit: "Wir leben weiter in der Pandemie"

Österreich will seine Corona-Beschränkungen lockern - eine Exit-Ankündigung für Deutschland käme aus Sicht von Bundeskanzlerin Merkel aber noch zu früh. Wenn es soweit sei, würden die Maßnahmen "schrittweise" gelockert.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt eine Lockerung der zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens vor dem 19. April aus. In Berlin betonte sie, dass sie ein vorgezogenes Aufweichen der geltenden Corona-Maßnahmen für unangebracht hält.

Zu einem Ausstieg aus dem Shutdown sagte Merkel, natürlich denke die Bundesregierung "intensiv" darüber nach, wie die Ausgehbeschränkungen gelockert werden könnten. Es sei aber nicht angebracht, jetzt schon einen Zeitpunkt dafür zu nennen. "Das ist heute nicht der Tag", sagte die CDU-Politikerin. Wenn es soweit sei, werde der Ausstieg aus den Auflagen mit Sicherheit "schrittweise" erfolgen.

"Das Virus wird nicht verschwunden sein"

"Wir leben weiter in der Pandemie. Das Virus wird nicht verschwunden sein", so Merkel. Bei aller Notwendigkeit des wirtschaftlichen Handelns müsse der Gesundheitsschutz Vorrang haben. Merkel reagierte damit unter anderem auf die Ankündigung, dass Österreich seine Maßnahmen lockern will.

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Kanzlerin dankt Bevölkerung und Helfern

Der Bevölkerung dankte Merkel ausdrücklich dafür, dass sie sich an diese "sehr, sehr harten" Einschränkungen halte. Mit dem Einhalten der Maßnahmen würden Menschenleben gerettet und das Leben der Menschen im Gesundheitswesen erleichtert.

Mit Blick auf Österreich, wo ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürften, sagte die Kanzlerin: "Wir müssen unsere eigenen Zahlen ansetzen." Österreich sei in der Pandemie Deutschland "immer ein Stück voraus" gewesen.

Merkel betonte zugleich, dass nach Überwindung der Pandemie die Einschränkungen wieder vollständig zurückgefahren würden: "Das ist überhaupt gar keine Frage."

"Sobald es die gesundheitliche Situation zulässt, werden wir selbstverständlich zu dem freien Leben, wie wir es kennen, zurückkehren." Angela Merkel

Bayern will keine Exit-Debatte

Auch die bayerische Staatsregierung bleibt nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich bei dem von Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen in München.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

Bayern-FDP fordert Fahrplan

FDP-Landeschef Daniel Föst fordert von der Staatsregierung einen Fahrplan für den Weg aus der Corona-Krise. "Wir müssen jetzt darüber diskutieren, wie und wann wir unser gesellschaftliches Leben und unsere Wirtschaft wieder aus dem Shutdown führen", sagte er in München. Söder dürfe sich der Debatte nicht länger verweigern. "Ein Exit-Fahrplan ist überfällig."

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BR-Reporter Wendler zur Corona-Lage

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