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Bildrechte: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Annegret Hilse

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Nationale Akademie der Wissenschaften fordern ein entschlossenes Handeln, um in den kommenden Jahrzehnten Klimaneutralität zu erreichen. Sie übergaben dazu ein Positionspapier an die Bundeskanzlerin.

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Merkel fordert "Jahrzehnt der Nachhaltigkeit"

Klimaschutz ist ein Akt der Generationengerechtigkeit - das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung betont. Das Bundesklimagesetz sieht sie in diesem Sinn als eine Art Generationenvertrag.

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Von
  • Hans-Joachim Vieweger

"Wir leben weltweit auf Kosten künftiger Generationen" – das sei die nüchterne Wahrheit, so Angela Merkel. Die 2020er Jahre müssten daher zu einem "Jahrzehnt der Nachhaltigkeit" werden, es brauche "Mut zu echter Transformation". Die Zeit nach Corona dürfe nicht so aussehen wie die Zeit zuvor. Vielmehr müsse die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie so genutzt werden, "dass unsere Art zu leben, zu wirtschaften und zu arbeiten innovativer, digitaler, resilienter, klimafreundlicher, insgesamt nachhaltiger wird", so die Kanzlerin.

Merkel: Das Erbe, das wir Kindern und Enkeln überlassen, hängt vom heutigen Handeln ab

Merkel warnte davor, Entscheidungen in die Zukunft zu verschieben. Mit Blick auf die Klimaziele der Bundesregierung bis hin zur angestrebten Treibhausneutralität im Jahr 2045 sagte sie: "Was so klingt, als ob es in weiter Zukunft läge, ist in Wahrheit greifbar und gestaltbar." Man müsse sich nur klar machen, dass Kinder, die heute geboren werden, gute Chancen haben, das Jahr 2100 zu erleben: Das Erbe, das man den Kindern und Enkeln hinterlasse, werde durch heutiges Handeln oder Unterlassen bestimmt.

Auch der Rat für Nachhaltige Entwicklung mahnt in einem gemeinsamen Gutachten mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina signifikante Fortschritte in der Klimapolitik an – und begründet dies mit deutlichen Worten: "Das Handeln der Menschheit destabilisiert das Erdsystem auf eine Weise, welche die Existenz und die Chancen der heutigen und der kommenden Generationen sowie die Vielfalt des Lebens auf der Erde bedroht."

Wissenschaftler fordern sozialen Ausgleich bei höheren CO2-Preisen

Für Deutschland fordern die Wissenschaftler, schnelle Entscheidungen zur Minderung der CO2-Emissionen an. Um einkommensschwache Haushalte durch steigende CO2-Preise nicht zu sehr zu belasten, sollten die Strompreise gesenkt werden. Das derzeitige Umlagen- und Steuersystem werde der nötigen Klimatransformation "nicht mehr hinreichend gerecht", heißt es zur Begründung.

Lob für Deutschland gab es bei der Tagung allerdings auch: Deutschland sei Vorreiter beim Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft, erklärte der Klima-Sonderbeauftragte der US-Regierung, Ex-Vizepräsident John Kerry in seinem Grußwort: Die deutsche Energiewende sei eine Inspiration für den Rest der Welt.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder berufen. Ihm gehören 15 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an. Den Vorsitz hat seit vergangenem Jahr der ehemalige bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU).

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