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Merkel auf Sicherheitskonferenz: Wir brauchen die NATO | BR24

© dpa-Bildfunk

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der 55. Münchner Sicherheitskonferenz

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Merkel auf Sicherheitskonferenz: Wir brauchen die NATO

Bundeskanzlerin Merkel hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine starke NATO geworben - und vor einem Zerfall internationaler Strukturen gewarnt. China forderte sie zur Abrüstung auf.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Zerfall der internationalen politischen Strukturen gewarnt. "Wir dürfen sie nicht einfach zerschlagen", sagte sie. "Es gibt sehr viele Konflikte, die uns herausfordern."

Sie plädierte für einen Ausbau der internationalen Zusammenarbeit. "Wir müssen in vernetzten Strukturen denken. Die militärische Komponente ist davon eine", sagte die Kanzlerin. Sie betonte dabei die Bedeutung der NATO. "Wir brauchen die NATO als Stabilitätsanker in stürmischen Zeiten. Wir brauchen sie als Wertegemeinschaft."

Abrüstungsbemühen Chinas gefordert

Dabei forderte sie China zur Mitwirkung bei den internationalen Bemühungen zur Abrüstung auf. Das Thema Abrüstung gehe nach der Kündigung des INF-Abrüstungsvertrags nicht nur die bisherigen Vertragsmächte Russland und die USA an, "sondern auch China".

Über einen Beitrag der Volksrepublik bei den weiteren Abrüstungsbemühungen würde sie sich "freuen", sagte die Kanzlerin. "Die Antwort kann jetzt nicht in blindem Aufrüsten liegen."

Warnung vor Afghanistan-Abzug

Sie warnte die USA aber vor den Folgen eines schnellen Abzugs aus Afghanistan. In Deutschland sei große Überzeugungsarbeit geleistet worden, dass die Sicherheit des Landes auch am Hindukusch verteidigt werde, sagte Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Sie möchte nicht erleben, "dass wir eines Tages weggehen müssen", weil es dort sehr vernetzte Strukturen gebe.

Merkel bezog sich offenkundig auf frühere Warnungen Deutschlands, dass der Einsatz deutscher Soldaten abhängig ist von den militärischen Fähigkeiten, die die USA für die NATO-Mission "Resolute Support" zur Verfügung stellen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einen Teilabzug eigener Soldaten aus Afghanistan ins Spiel gebracht und damit Verbündete vor den Kopf gestoßen.