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Mensch-zu-Mensch-Infektion: Coronavirus alarmiert WHO | BR24

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In China ist die Zahl der bestätigten Infektionen auf mehr als 200 gestiegen. Drei Patienten starben bereits an der rätselhaften Lungenkrankheit. Besonders betroffen ist die Metropole Wuhan.

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Mensch-zu-Mensch-Infektion: Coronavirus alarmiert WHO

In China verbreitet sich eine neuartige Lungenkrankheit: Die Zahl der infizierten Patienten mit dem Coronavirus steigt, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Die Weltgesundheitsorganisation hat nun ihren Notfallausschuss einberufen.

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Die Zahl der Patienten, die in China an einer neuartigen Lungenkrankheit leiden, steigt rasant. Auch werden an immer neuen Orten Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun ihren Notfallausschuss einberufen. Die Experten sollen darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll. Diese unabhängigen Experten empfehlen auch Maßnahmen, die möglicherweise ergriffen werden sollten.

Virus von Mensch zu Mensch übertragbar

Die chinesischen Behörden hatten zuvor berichtet, dass die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen werden könne. Die Zahl bestätigter Infektionen stieg sprunghaft auf rund 220. Zudem seien Infektionen bei medizinischem Personal bestätigt, teilte ein Expertenteam der chinesischen Gesundheitskommission nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua mit. Wie die Behörden mitteilten, ist ein weiterer Patient am Dienstag gestorben. Damit sind der Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan vier Todesfälle bekannt. Dort hatte der Ausbruch begonnen.

Für die neue, wahrscheinlich von Wildtieren auf den Menschen übergesprungene Sars-Virus-Variante war anfangs angenommen worden, dass es keine oder kaum Übertragungen von Mensch zu Mensch gibt.

Bisher keine Krankheitsfälle in Europa bekannt

Auch an mehreren anderen Orten sowohl im Norden wie auch im Süden Chinas wurden Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Zudem gibt es Nachweise bei Menschen in Thailand, Japan und Südkorea, die zuvor in Wuhan waren. In Europa wurden bisher keine von Reisenden eingeschleppten Fälle bekannt.

Reisewelle in China begünstigt Verbreitung des Virus

Durch die Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest wächst die Gefahr einer Verbreitung des Virus. Einige Hundert Millionen Chinesen sind zu ihren Familien und Bekannten unterwegs. Asiatische Nachbarländer und mehrere Flughäfen in anderen Ländern weltweit haben Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping gab inzwischen die Anweisung, die Ausbreitung der Krankheit energisch einzudämmen. Die Sicherheit der Menschen und ihre körperliche Gesundheit habe "absoluten Vorrang", zitierte ihn das Staatsfernsehen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat bisher keine Reisewarnung für Touristen ausgesprochen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC riet Reisenden nach Wuhan lediglich, Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder mit kranken Personen zu meiden.

Besondere Maßnahmen bei Gesundheitsnotstand

Ruft die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen, das Einrichten von spezialisierten Behandlungszentren oder mögliche Impfungen medizinischer Fachkräfte gehören.

Symptome der neuen Lungenkrankheit

Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen - allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Sars steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also Schweres Akutes Atemwegssyndrom.

Bei der Sars-Pandemie 2002/2003 war der Ausbruch anfangs vertuscht worden, was eine schnelle Reaktion verhindert und die Verbreitung begünstigt hatte. Von China ausgehend brach eine weltweite Pandemie mit 8.000 Infizierten aus, etwa 800 Menschen starben.

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