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Melania Trump in Afrika
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Autoren

Torsten Teichmann
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Melania Trump in Afrika

Es gibt so viele Fragen: Melania Trumps Initiative "Be Best" wirbt zum Beispiel für den Schutz von Kindern vor Mobbing in sozialen Medien. Ihr Ehemann, US-Präsident Trump, gilt Kritikern und Anhängern aber als einer der größten Bullies im Internet. Wie sie also auf die Idee für ihre Initiative gekommen sei, will Reporter Tom Llamas wissen.

"Ich könnte sagen, dass ich die am meisten gemobbte Person in der Welt bin", sagt Trump - also eine der am meisten gemobbten Personen, korrigiert sie sich.

Es ist fast schon beruhigend: Denn auch Melania Trump kann in einer Stunde Interview die offensichtlichen Widersprüche und Brüche der Trump-Präsidentschaft nicht überbrücken. Mitunter ist das Interview schmerzhaft einsilbig.

Die Kulisse: Naturreservat und Tropenhelm

Der Fernsehsender ABC hat als Kulisse ein Naturreservat in Kenia gewählt. Die First Lady auf Afrika-Reise mit Tropenhelm. Sie besuchte Projekte der Entwicklungshilfe von US-AID. Präsident Trump will deren Finanzierung kürzen. Man untersuche das, sagt sie dazu. US-AID helfe Ländern zur Selbstständigkeit. Das dauere lang. Man müsse weiterhelfen und werde sehen.

Widersprüche bei der Einwanderungspolitik

Die First Lady antwortet tapfer auf jede Frage nach Differenzen. Auch beim Thema Einwanderungspolitik: Ihre Eltern haben durch sie ebenfalls die US-Staatsbürgerschaft erhalten. Präsident Trump verspricht, solche Fälle des Nachzugs für andere zu verbieten. "Er will den Nachzug nicht komplett abschaffen, sondern wir müssen die Leute durchleuchten und sicherstellen, dass sie an unser System glauben", sagt sie.

Als das Ministerium für Heimatschutz im Juni begann, Kinder von ihren Eltern zu trennen, die als Einwanderer ohne Papiere in die USA kommen, reiste die First Lady in eines der Auffanglager für Kinder. Sie hielt das Vorgehen für inakzeptabel: "Ja und das habe ich meinem Mann gesagt. Ich wusste nichts von dieser Regelung. Ich sagte ihm, dass es so nicht geht und er stimmte mir zu."

Tatsächlich nahm Trump die Regelung zurück. Hat sie also Einfluss? Mittlerweile überlegen Beamte, dass Einwanderer künftig entscheiden sollen, ob sie mit ihren Kindern festgehalten werden wollen oder wieder getrennt werden, schreibt die Nachrichtenseite Politico.

Trumps Affären? "Nicht mein Hauptaugenmerk" In der Öffentlichkeit gilt als größter Bruch allerdings das Privatleben im Hause Trump. Der Präsident soll eine Affäre mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels gehabt haben, kurz nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes. "Das ist nicht meine Sorge, nicht mein Hauptaugenmerk", sagt Melania dazu. "Ich bin Mutter und First Lady und habe wichtigere Dinge zu tun." Sie wisse, was wahr sei und was nicht. Sie liebe ihren Mann, so Melania Trump. Reporter Tom Llamas war angetreten, das Rätsel der First Lady zu lösen. Ein Unterfangen, das sich als ambitioniert und gleichzeitig hoffnungslos herausstellte.