Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Mehr Sicherheit an Bahnhöfen - durch Kameras und Patrouillen | BR24

© David Zajonz/ARD

Der tödliche Angriff auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof im Juli hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Politik versprach damals, schnell zu handeln. Nun gibt es tatsächlich konkrete Pläne.

8
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mehr Sicherheit an Bahnhöfen - durch Kameras und Patrouillen

Der tödliche Angriff auf ein Kind am Frankfurter Hauptbahnhof im Juli hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Politik versprach damals, schnell zu handeln. Nun gibt es tatsächlich konkrete Pläne.

8
Per Mail sharen
Teilen

Wie kann man deutsche Bahnhöfe sicherer machen? Diese Frage war Ausgangspunkt von einem Treffen zwischen Bundesinnenminister Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Vertretern der Bahn. Seehofer versprach: "Wir tun alles für die Sicherheit der Bahnreisenden." Heute legte er erste Beschlüsse vor - gemeinsam mit Scheuer und Bahn-Vorstand Ronald Pofalla.

Mehr Sicherheitskräfte von Bundespolizei und Bahn

So sollen künftig mehr Bundespolizisten auf deutschen Bahnhöfen patrouillieren. Der Bundesinnenminister will sich um eine Verstärkung der Bundespolizei um 11.300 Stellen bis 2025 einsetzen. Diese sollen dann unter anderem auch an Bahnhöfen einsetzbar sein. Und: Die Bundespolizei soll an Bahnhöfen auch besser erreichbar sein. Hier möchte Seehofer zentrale Anlaufstellen schaffen.

Auch die Bahn will investieren: Etwa zehn Millionen Euro sollen in die Aufstockung eigener Sicherheitskräfte fließen. Außerdem sollen speziell ausgebildete Einsatzkräfte als mobile Teams einsetzbar sein, um schnell und effektiv an Bahnhöfen einzugreifen.

Ausbau der Videoüberwachung

Bis Ende 2024 sollen nahezu alle großen Bahnhöfe mit moderner Videotechnik ausgestattet werden. Bereits jetzt sind dafür Mittel von mehr als 70 Millionen Euro bei der Bundespolizei vorgesehen.

"Wir setzen konsequent auf Abschreckung und Aufklärung. Das Bundesverkehrsministerium wird in den kommenden Jahren 50 Millionen Euro in leistungsfähige Videotechnik und 250 Millionen Euro in modernen Digitalfunk investieren." Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Diese Maßnahmen müssten laut Scheuer aber erst durch den Bundestag genehmigt werden.

Möglicher Einsatz von Gesichtserkennung

Unterstützend soll außerdem biometrische Gesichtserkennung zum Einsatz kommen, um Menschen zu identifizieren, die zum Beispiel zur Fahndung ausgeschrieben sind. Konkrete Pläne gibt es dafür aber laut Seehofer noch nicht.

Bereits 2017 testeten Behörden in einem Pilotprojekt am Berliner Bahnhof Südkreuz, wie gut Software Gesichter in einer Menschenmenge erkennt. Damals hieß es in einer Pressemitteilung aus dem Innenministerium, dass der Einsatz für "eine breite Einführung möglich ist."

Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof löste Diskussion aus

Die jetzt vorgelegten Pläne kommen gut sechs Wochen nach der tödlichen Tat am Frankfurter Bahnhof. Ein Mann hatte dort einen achtjährigen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb noch im Gleisbett, die Mutter konnte sich in letzter Sekunde verletzt retten. Der Tatverdächtige, ein 40-jähriger Eritreer, wurde unmittelbar nach der Attacke gefasst. Er ist derzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.