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Mehr Polizeipräsenz kann Vorfälle wie in Hanau nicht verhindern | BR24

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"Der Feind steht immer links von der Polizei und das hat eine lange Tradition", sagt Kriminologe Rafael Behr.

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Mehr Polizeipräsenz kann Vorfälle wie in Hanau nicht verhindern

Der Kriminologe Rafael Behr warnt vor zu hohen Erwartungen an Sofort-Maßnahmen nach den Vorfällen in Hanau. "Es ist sehr naiv und illusorisch zu denken, dass alle Objekte an denen so etwas passieren kann, geschützt werden können", sagt Behr.

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Mehr Überwachung, bessere Technik und stärkere Polizeipräsenz seien Ankündigungen, die nach solchen Ereignissen "reflexhaft" gemacht würden, sagte Behr.

"Das sind die Dinge, die muss der Staat sagen. Aber was nachher folgen wird, ist die zweite Frage und ich bin nicht sehr zuversichtlich, dass solche Dinge wie in Hanau in Zukunft verhindert werden können." Rafael Behr, Kriminologe

In Berlin habe das Attentat auf dem Weihnachtsmarkt stattgefunden, jetzt sei es eine Shisha-Bar gewesen, so Rafael Behr weiter. "Das sind x-beliebige Objekte. Die können nicht geschützt werden." Dabei sei es egal, wie viel Personal die Polizei habe, ist der Wissenschaftler überzeugt. Diese könne da in erster Linie nur "psychologisch" wirken.

Behr: "Polizei muss Blick schärfen"

Allerdings müsse die Polizei ihren Blick schärfen, wenn es um Rechtsextremismus gehe. Dies ändere sich, seit den NSU-Morden. Aber es gebe noch Nachholbedarf.

Der Professor für Kriminologie an der Akademie der Polizei in Hamburg erklärte weiter, dass er im Fall von Hanau auch Parallelen zum Fall des norwegischen Attentäters Anders Breivik sehe.

"Wenn es sich um eine isolierte Radikalisierung handelt, die zwar im Netz stattfindet, die aber keine Mitwisser hat, dann ist der Apparat relativ machtlos." Rafael Behr, Kriminologe